
„Bildung braucht Gesundheit!“ – Schulbau und Gesundheitsförderung gemeinsam denken
Forderungen nach besseren Rahmenbedingungen für mentale Gesundheit, Ernährung und Bewegung an Schulen
Frühjahrsplenartagung des Bundeselternrat, 8. und 9. Mai 2026 – Gute Bildung funktioniert nicht ohne gesunde Lernbedingungen. Deshalb fordert der Fachausschuss Gymnasien des Bundeselternrat, Schulen stärker als Orte der Gesundheitsförderung zu begreifen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Ausbau moderner Schulgebäude, verbindliche Gesundheitsstrukturen sowie die konsequente Umsetzung bestehender Beschlüsse der Kultusministerkonferenz (KMK).
Der Zustand vieler Schulen zeigt deutlich: Bildungspolitik darf sich nicht allein auf Unterrichtsinhalte beschränken. Moderne Schulbauten mit Bewegungsflächen, funktionierenden Küchen, Ruheräumen und gesundheitsfördernder Infrastruktur sind eine Grundvoraussetzung für erfolgreiches Lernen. Besonders die Themen mentale Gesundheit, Ernährung und Bewegung müssen dauerhaft und verbindlich im Schulalltag verankert werden.
„Wer über Bildung spricht, muss auch über Gesundheit sprechen. Schülerinnen und Schüler und alle an Schule beteiligten Personen verbringen einen Großteil ihres Tages in Schulen. Dann müssen Schulen auch Orte sein, die Gesundheit fördern und nicht zusätzliche Belastungen erzeugen“, erklärt Norman Heise, Vorsitzender des Bundeselternrat.
Unter anderem fordern wir den flächendeckenden Einsatz von Gesundheitsfachkräften an Schulen. Schulpsychologische Unterstützung, Präventionsarbeit und gesundheitliche Beratung dürfen nicht länger vom Wohnort oder einzelnen Modellprojekten abhängen.
Zudem braucht es eine stärkere Zusammenarbeit der Bundesländer bei Gesundheitsfragen im Bildungsbereich. Unterschiedliche Standards und ungleiche Umsetzungen führen derzeit zu erheblichen regionalen Unterschieden.
„Es reicht nicht, gute Beschlüsse zu verabschieden. Sie müssen auch umgesetzt, überprüft und weiterentwickelt werden. Genau daran fehlt es vielerorts seit Jahren“, sagt Michael Gehrhardt, Fachausschussvorsitzender Gymnasien.
Konkret wird gefordert:
- Gesundheitsfachkräfte an Schulen etablieren
- Länderübergreifende Zusammenarbeit bei Gesundheits- und Bildungsthemen stärken
- Beschlüsse der Kultusministerkonferenz konsequent umsetzen und regelmäßig evaluieren
- Verabschiedete Maßnahmen verbindlich realisieren
- Fördermittel für Schulküchen und gesunde Ernährung bereitstellen
- Wiederbelebungsunterricht bundesweit dauerhaft an Schulen verankern
- Gelebte Partizipation und Feedbackkultur als Haltung, nicht nur Lippenbekenntnis
Bereits 2014 hatte die Kultusministerkonferenz empfohlen, den Wiederbelebungsunterricht nach dem Prinzip „Prüfen – Rufen – Drücken“ bundesweit einzuführen. Vorgesehen waren mindestens zwei Unterrichtsstunden pro Jahr ab Klasse 7 sowie die Qualifizierung von Lehrkräften zur eigenständigen Durchführung. Bis heute erfolgt die Umsetzung jedoch nicht flächendeckend.
Auch beim Schulbau sehen Fachleute dringenden Handlungsbedarf. Gesundheitsförderung müsse künftig bereits bei der Planung neuer Schulen berücksichtigt werden – etwa durch Bewegungsräume, gesunde Verpflegungsmöglichkeiten und eine lernförderliche Umgebung.
„Moderner Schulbau ist kein Luxusprojekt, sondern eine Investition in Gesundheit, Chancengleichheit und Bildungserfolg. Wer an Schulen spart, spart an der Zukunft“, betont Michael Meerstein, stellv. Fachausschussvorsitzender.
Die Forderung ist klar: Bildungspolitik und Gesundheitspolitik dürfen nicht länger getrennt gedacht werden. Nur gesunde Schulen schaffen die Grundlage für erfolgreiches Lernen und gesellschaftliche Teilhabe.
Michael Gehrhardt
Fachausschussvorsitzender Gymnasien
Bundeselternrat
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