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Bundeselternrat

Junge Menschen müssen gehört werden – Bundeselternrat unterstützt friedlichen Protest und klare demokratische Grenzen

Junge Menschen müssen gehört werden – Bundeselternrat unterstützt friedlichen Protest und klare demokratische Grenzen

Der Bundeselternrat unterstützt die friedlichen Proteste der Bundesschüler*innenkonferenz (BSK) und bekräftigt das Recht junger Menschen, ihre Anliegen öffentlich zu vertreten und sich für bessere Bildungsbedingungen einzusetzen. Zugleich braucht es eine klare Abgrenzung von Gewalt, Extremismus und politischer Instrumentalisierung.

Die aktuelle Debatte um die für den 31. Oktober angekündigten Proteste zeigt, wie wichtig es ist, zwischen berechtigten Anliegen und den jeweiligen Veranstaltern zu unterscheiden. Die Unterstützung friedlicher Proteste bedeutet nicht automatisch, jede Organisationsstruktur oder jede Aktion mitzutragen.

Die Probleme, für die junge Menschen heute auf die Straße gehen, sind nicht neu. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte weisen seit Jahren, teilweise seit Jahrzehnten, auf Missstände im Bildungssystem hin. Sie engagieren sich ehrenamtlich in Gremien, Expertengruppen und Fachveranstaltungen, verfassen Positionspapiere und Stellungnahmen und bringen konkrete Verbesserungsvorschläge ein.

Aline Sommer-Noack, Vorstandsmitglied des Bundeselternrats, erklärt dazu: „Mich beschäftigt diese Entwicklung schon lange. Eltern, Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte investieren unzählige Stunden, bringen ihre Erfahrungen und ihre Expertise ein und versuchen, gemeinsam etwas zu bewegen. Und trotzdem bleibt viel zu oft das Gefühl, dass wir zwar angehört werden, unsere Hinweise aber kaum Konsequenzen haben. Wenn junge Menschen irgendwann sagen: Jetzt reicht es, wir müssen auf die Straße gehen, dann sollten wir nicht zuerst darüber diskutieren, ob uns die Form des Protests gefällt. Wir sollten uns auch fragen, warum ihre Anliegen so lange nicht ausreichend Gehör gefunden haben.“

Der Bundeselternrat begrüßt demokratisches Engagement ausdrücklich. Gleichzeitig müssen Veranstalter transparent sein, Verantwortung für ihre Aktionen übernehmen und sich klar von extremistischen, menschenfeindlichen und gewaltorientierten Positionen distanzieren. Der Bundeselternrat unterstützt keine Vereinnahmung berechtigter Anliegen durch Gruppierungen, deren Ziele oder Methoden demokratischen Grundwerten widersprechen.

Demokratische Beteiligung darf nicht erst dann Aufmerksamkeit bekommen, wenn der Protest auf der Straße sichtbar wird.

Der BER-Vorstand appelliert an Politik und Verwaltung, die Forderungen junger Menschen ernsthaft aufzugreifen und aus den seit Langem bekannten Problemen konkrete politische Konsequenzen abzuleiten. Friedlicher Protest ist ein demokratisches Recht. Die Anliegen dahinter verdienen Gehör – und politische Konsequenzen.

Norman Heise und Aline Sommer-Noack 

Vorstand Bundeselternrat 

Kontakt: info@bundeselternrat.de