
Kinder im Netz schützen – aber richtig: Bundeselternrat fordert Medienbildung, Plattformregeln und Elternverantwortung
Die aktuelle Diskussion über ein mögliches Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige greift aus Sicht des Bundeselternrates zu kurz. Eine interne Umfrage unter Delegierten aus den Ländern zeigt: Ein pauschales Verbot bis 16 Jahre findet unter Elternvertretungen keine breite Unterstützung. Gleichzeitig erwarten Eltern einen deutlich besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum.
„Der Staat kann Social Media regulieren – aber er kann nicht ersetzen, was im Elternhaus beginnen muss“, erklärt der Bundeselternrat. „Wenn Kinder schon mit zehn Jahren selbstverständlich auf Social Media unterwegs sind, zeigt das vor allem eines: Regeln allein reichen nicht.“
Ein striktes Social-Media-Verbot ohne begleitende Maßnahmen wird von der Mehrheit der Delegierten abgelehnt. Gleichzeitig besteht Offenheit für strengere Altersregelungen – allerdings nur, wenn diese mit verbindlicher Medienbildung, wirksamer Prävention und klaren Regeln für Plattformanbieter verbunden sind.
Der Bundeselternrat sieht deshalb mehrere Akteure in der Verantwortung: Politik, Plattformen, Schulen – und Eltern. „Ein Verbot ohne Medienbildung ist genauso kurz gedacht wie Medienbildung ohne klare Regeln“, so der Bundeselternrat weiter.
Besonders kritisch sehen Elternvertretungen, dass viele Kinder bereits deutlich vor der bestehenden Altersgrenze von 13 Jahren intensive Social-Media-Nutzung entwickeln. Altersgrenzen verlieren ihre Wirkung, wenn sie im Alltag systematisch unterlaufen werden.
Der Bundeselternrat fordert deshalb neben einer konsequenteren Durchsetzung bestehender Altersregeln vor allem mehr Unterstützung für Familien. Eltern brauchen niedrigschwellige und alltagstaugliche Möglichkeiten, sich mit dem Thema Social Media auseinanderzusetzen und ihre Kinder zu begleiten.
Gerade in Haushalten ohne hohe Technikaffinität helfen weder komplizierte Informationsangebote noch zusätzliche Online-Portale. Medienbildung muss verständlich, praxisnah und leicht zugänglich sein – für Kinder ebenso wie für Eltern.
„Kinder und Jugendliche wachsen in einer digitalen Welt auf. Sie davor abzuschirmen, wird nicht funktionieren. Entscheidend ist, dass wir sie befähigen, sich dort sicher und verantwortungsvoll zu bewegen“, so der Bundeselternrat.
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Aline Sommer-Noack
Stellv. Vorsitz
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