
Handyverbot an Schulen? Eltern fordern klare, praxistaugliche Lösungen statt Schnellschüsse
Der Bundeselternrat hält ein pauschales Handyverbot für nicht zielführend.
„Verbote allein lösen keine Probleme. Stattdessen brauchen Schulen ein tragfähiges Konzept für den verantwortungsbewussten Umgang mit digitalen Medien“, betont der Vorstand des Bundeselternrats. „Schulen müssen einen klaren Rahmen setzen, wann und wofür Smartphones genutzt werden dürfen, anstatt sie generell zu verbieten.“
Eltern tragen Verantwortung – individuelle Lösungen statt Pauschalverbote
Ein wichtiger Aspekt, der in der aktuellen Debatte oft übersehen wird, ist die Verantwortung der Eltern. Sie sind es, die ihren Kindern Smartphones zur Verfügung stellen, übernehmen aber häufig keine klare Rolle in der Medienerziehung. „Digitale Erziehung beginnt zu Hause“, betont der Bundeselternrat. Eltern sollten sich stärker mit Themen wie Altersgrenzen für Apps und Spiele, Bildschirmzeiten und mögliche Gefahren sozialer Netzwerke auseinandersetzen, anstatt die Verantwortung allein an die Schulen abzugeben. Schulen allein können dieses Thema nicht bewältigen. Hier braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrkräften und Schulgremien, um sinnvolle und praktikable Lösungen zu entwickeln.
Der Bundeselternrat sieht zudem die Notwendigkeit, die Eigenverantwortung der Schulen und ihrer Gremien weiter zu stärken.
Leitlinien und eine Sammlung funktionierender Beispiele aus der Praxis können hierbei helfen. Altersgerechte Regeln, ein stärkerer Fokus auf Medienkompetenz und sinnvolle Ausnahmen für Notfälle oder pädagogische Zwecke seien notwendig, damit Schulen praxisnahe Lösungen entwickeln können. Der Bundeselternrat setzt sich für einen pragmatischen Ansatz ein: weniger Verbote, mehr Erziehung zum bewussten Umgang mit Medien.
Was an einer Schule mit jüngeren Kindern funktioniert, mag an einer weiterführenden Schule andere Anpassungen erfordern.
„Es gibt keine Einheitslösung für alle“, so der Vorstand. „Statt starre Regeln vorzugeben, sollten Schulen dabei unterstützt werden, passgenaue Konzepte für ihren individuellen Bedarf zu entwickeln.“ Gleichzeitig sollte sichergestellt werden, dass Eltern und Schüler aktiv in diesen Prozess einbezogen werden und gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Nutzung von Smartphones im Unterricht ist auch eine Chance.
Moderne Smartphones mit den vielen verbauten Sensoren, hochauflösender Kamera usw. bieten Möglichkeiten, die an leider nicht wenigen Schulen sonst gar nicht vorhanden wären. „Kinder und Jugendliche müssen lernen, verantwortungsvoll mit Technik umzugehen – auch in der Schule“, betont der Vorstand.
Der Bundeselternrat fordert die Kultusministerien auf, mit allen schulischen Gremien auf Landesebene abgestimmte Leitlinien zu entwickeln, die eine klare Orientierung bieten, ohne den Schulen die notwendige Flexibilität zu nehmen. „Digitale Medien sind längst Teil unseres Alltags – wir müssen sie sinnvoll in den Schulalltag integrieren, statt sie einfach zu verbannen.“
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Bundeselternrat
Aline Sommer-Noack
Stellvertretende Vorsitzende Bundeselternrat
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