Fachtagung der Ausschüsse „Grundschule, frühkindliche Bildung“, „Förderschule“ und „Gesamt- und Gemeinschaftsschule“

„Schule ist nur da, weil die Kinder da sind“

Schule der Zukunft und insbesondere „Bunte Lern(t)räume“ standen vom 21.-23.03.2025 im Fokus der 1. Fachtagung des Bundeselternrates in Potsdam. Hier haben die Delegierten der Fachausschüsse Grundschule, frühkindliche Bildung, Förderschule sowie Gesamt- und Gemeinschaftsschule in intensiven Gesprächen, unter anderem über die Themen Demokratische Bildung und Mitbestimmung sowie Bedürfnisorientiertes Lernen diskutiert und die Bedeutung der Beteiligung von Eltern an der Organisation der Schule in den Ländern herausgearbeitet.

Nach dem kanadischen Motto „Schule ist nur da, weil die Kinder, Jugendliche und ihre Eltern da sind“ fordert der Bundeselternrat mehr und intensivere Beteiligung in schulischen Fragen.

Individuelle Förderung stand als Herzensangelegenheit im Mittelpunkt des Austauschs. Die Forderung nach mehr Hilfen jedes einzelnen Schülers und jeder einzelnen Schülerin wurde mit Forderungen nach Schaffung einer guten Infrastruktur und multiprofessionellen Teams verbunden, wobei Letzteres nicht zum leeren Schlagwort verkommen darf. Die Bildungspolitik muss hierzu konkrete Vorstellungen und Anforderungen entwickeln, wie diese Zusammenarbeit für die Lernenden zum Standard in der Schulgemeinschaft wird.

Insbesondere im Hinblick auf den verbindlichen Anspruch auf den schulischen Ganztag müssen umgehend Konzepte zur individuellen Unterstützung geschaffen werden. Lerntherapeuten sollen dringend in die multiprofessionellen Teams eingebunden werden. Programme zu individueller Förderung gibt es in den europäischen Nachbarländern zur Genüge, so dass das Rad nicht neu erfunden werden muss. So hat Irland z. B. durch seine Schwerpunktsetzung bei den Basiskompetenzen gezeigt, wie bessere Ergebnisse erzielt werden können.

Eine weitere Herzensangelegenheit ist die Partizipation der an Schule Beteiligten. Hier sind sich die Teilnehmenden mit den Kanadiern einig, dass Schule nur da ist, weil es die Kinder bzw. die Jugendlichen gibt. Deshalb wird eine größere Beteiligung der „Hauptakteure“, also der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern bei Bildungsfragen gefordert. Man muss sich in der Schule auf Augenhöhe begegnen, damit ein Schulklima mit Respekt gelebt werden kann.

„Schule ist eine riesige Baustelle“, die insbesondere Eltern und ihre Kinder tangiert. Die PISA-Ergebnisse zeigen seit Anfang des Jahrhunderts wiederholt, welche Länder ihren Schülerinnen und Schülern mehr bieten und besser abschneiden als Deutschland. Eltern erwarten, dass sich politische Entscheider nicht nur mit den Gründen des besseren bzw. schlechteren Abschneidens beschäftigen, sondern dass gute Schulkonzepte übernommen werden.

Bildungstourismus hilft nicht, die Baustelle Bildung fertigzustellen oder zu renovieren. Wir benötigen Entscheidungen, damit Wissen wettbewerbsfähig wird und unsere Kinder in eine gute Zukunft entlassen werden können.

Von der neuen Regierung fordert der Bundeselternrat wesentlich mehr Investitionen in Schulbau, Lernbegleitung und individueller Förderung.

„Es kann nicht sein, dass Kinder weniger Zuwendung erhalten, nur weil sie keine Wählerinnen bzw. Wähler sind. Die Umsetzung der Kinderrechte und der UN-Behindertenrechtskonvention duldet nach Unterzeichnung vor 15 Jahren keinen längeren Aufschub. Beide müssen integraler Bestand unseres Bildungsangebots werden.“ so die Teilnehmenden der Tagung.

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