Werbeverbot für Tabakprodukte und elektronische Zigaretten!

Meldung vom 09. Mai 2016

von: Wolfgang Pabel

 

Werbeverbot für Tabakprodukte und elektronische Zigaretten!

 

Gestützt durch ein starkes Votum der Landeselternvertretungen in Deutschland fordert der Bundeselternrat die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, ein grundsätzliches Verbot der Außenwerbung sowie weiterer Formen der Werbung für Tabakprodukte und elektronische Zigaretten auf den Weg zu bringen.

 

In der Folge des vom Bundeselternrat schon 2015 geforderten Verkaufsverbotes von E-Zigaretten und E-Shishas an Minderjährige (PM: Kinder und Jugendliche sind vor E-Shishas und E-Zigaretten zu schützen!), welches inzwischen umgesetzt wird, sieht der Bundeselternrat es als Notwendigkeit an, zum Schutz unserer Kinder und Jugendlichen auch die Werbung für Tabakprodukte und E-Zigaretten grundsätzlich zu unterbinden. Was nutzt ein gesetzliches Verkaufsverbot, wenn im Kino, an Plakatwänden und im Fernsehen weiterhin offensiv Werbung für den Konsum dieser Produkte gemacht werden darf? So ist gerade nach dem Inkrafttreten des Verkaufsverbotes von E-Zigaretten und E-Shishas an Jugendliche ein erheblicher Zuwachs dieser Werbung in den Medien zu beobachten. Diese Entwicklung war aber vorhersehbar, denn sie wurde schon 2015 auf der Pressekonferenz des Aktionsbündnisses zu einem Verbot von E‑Zigaretten und E-Shishas öffentlich benannt. Als Vertragspartei der Framework Convention on Tobacco Control (FCTC) hat Deutschland mit der Unterzeichnung im Jahr 2003 und der Ratifizierung im Jahr 2004 gem. Art. 13 Abs. 1 FCTC im Rechtssinne anerkannt, dass ein umfassendes Verbot der Werbung, der Verkaufsförderung und des Sponsorings den Konsum von Tabakerzeugnissen vermindern würde. Dennoch hat Deutschland bis heute keine angemessenen Maßnahmen ergriffen, um dieser Erkenntnis auch Rechnung zu tragen.

 

Aus Elternsicht ist nicht zu akzeptieren, dass der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gesundheitsrisiken hinter den Vermarktungsinteressen der Tabakindustrie sowie der Hersteller und Vertreiber von E-Zigaretten zurücktreten soll.  Wir stehen in der Verantwortung, unsere Kinder und Jugendlichen  vor dem Konsum von Tabakprodukten und dem Gebrauch von elektronischen Zigaretten zu schützen! Aufgrund der Bedeutung dieser gesundheitspolitischen Maßnahme fassen wir die Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Tabakwerbung für Kinder und Jugendliche zusammen:

 

  • Tabakwerbung wird über die modernen Medien gerade von Kindern und Jugendlichen wahrgenommen!
  • Tabakwerbung regt zum frühen Rauchbeginn an!
  • Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung von Werbung und dem möglichen Rauchverhalten!
  • Tabakwerbung schafft eine positive Einstellung gegenüber dem Rauchen, denn es wird durch die Außenwerbung zum allseits akzeptierten Lifestyle erklärt!
  • Tabakwerbung widerspricht dem präventiven Erziehungsansatz von Elternhaus und Schule, Kinder und Jugendliche vom Konsum von Tabakprodukten und E-Zigaretten abzuhalten!

 

Wir möchten daher alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages eindringlich dazu auffordern, der Initiative von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zu folgen und grundsätzlich jede Form der Werbung für Tabakprodukte und E-Zigaretten in Deutschland aus dem öffentlichen Raum zu verbannen!

                                                                             

Wolfgang Pabel

Pressesprecher/stellvertretender Vorsitzender

mobil: 0160 6106168

E-Mail: wolfgang.pabel@bundeselternrat.de

 

 

Mehr Kunst und Kultur in der Schule: Eltern können viel bewegen

Meldung vom 02. Mai 2016

von: BKJ und Bundeselternrat

 

Mehr Kunst und Kultur in der Schule: Eltern können viel bewegen

 

Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) und der Bundeselternrat rufen Eltern gemeinsam dazu auf, sich für ein lebendiges Kulturangebot an den Schulen ihrer Kinder stark zu machen. Um das Engagement der Eltern zu unterstützen, haben sie gemeinsam einen Preis für Elternbeteiligung im Rahmen schulischer Kulturprojekte ausgelobt und Argumente für mehr Kulturelle Bildung in der Schule veröffentlicht.

 

Ein reichhaltiges kulturelles Angebot an Schulen lebt von der Einbindung vielfältiger Akteure. Neben Schülerinnen und Schülern, dem Lehrerkollegium, anderen Mitarbeitenden der Schule und außerschulischen Kooperationspartnern kommt den Eltern eine besondere Rolle zu. Sie können auf vielfältige Weise Kooperationsprojekte mit außerschulischen Kulturpartnern initiieren, begleiten und aktiv mitgestalten.“, sagt der Vorsitzende der BKJ, Prof. Dr. Gerd Taube.

 

Der Dachverband der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung und die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland setzen sich gemeinsam für ein breites Angebot Kultureller Bildung in und mit Schulen ein. Denn dort kann Kulturelle Bildung allen Kindern und Jugendlichen die Chance bieten, ihre Stärken und ihr Selbstbewusstsein zu entwickeln. Kulturelle Bildungsangebote fördern eigenständiges Lernen und tragen zu einer wertschätzenden Lehr- und Lernkultur bei, die sich positiv auf die gesamte Schulgemeinschaft auswirkt.

 

Der Vorsitzende des Bundeselternrats, Michael Töpler, sagt: „In den Gremien der Schule, im Förderverein, in Elternversammlungen sowie in der Elternvertretung wirken Mütter wie Väter bereits aktiv mit. Eltern können einen wertvollen Beitrag zur Gestaltung einer lebendigen Schulkultur leisten – und können auch über die Schulzeit bzw. den Schulhof hinaus Wirkung entfalten.“

 

Im Rahmen von Kulturprojekten  bringen Eltern ihre Kompetenzen aus Beruf oder Hobby ein, sei es bei der Projektkoordination, der Technik, dem Bühnenbild oder der Öffentlichkeitsarbeit. Genau für solche Projekte, in denen Eltern-Engagement eine zentrale Rolle spielt, wurde im Rahmen des MIXED UP Wettbewerbs für Kooperationen zwischen Kultur und Schule in diesem Jahr erstmals der MIXED UP Preis Elternbeteiligung ausgelobt. Der Bundeselternrat stiftet für diese Wettbewerbskategorie das Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro. Bewerben können sich alle Akteure, die an einem Kooperationsprojekt beteiligt sind: die Schule, der außerschulische Partner und auch die Eltern.

 

Vielerorts setzen sich Eltern, Lehrer/innen, Schüler/innen und andere Akteure dafür ein, dass kulturelle Kooperationsprojekte zustande kommen und Kulturelle Bildung das Schulleben über den künstlerischen Fachunterricht hinaus bereichert. Um Mitstreiter/innen zu finden und in der Schulgemeinschaft für den Mehrwert Kultureller Bildung zu werben, benötigen sie gute Argumente. Solche haben der Bundeselternrat und die BKJ in der Broschüre „Kunst und Kultur beflügeln das Schulleben – Argumente für mehr Kulturelle Bildung in der Schule“ zusammengestellt. Die Broschüre kann kostenfrei über die BKJ bezogen werden und steht zum Download zur Verfügung. Der Bundeselternrat wird sie allen Elternvertretungen bundesweit zur Verfügung stellen.

https://www.mixed-up-wettbewerb.de/preise/elternbeteiligung.html

http://shop.bkj.de

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Die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) ist der Dachverband der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung in Deutschland. Unter ihrem Dach sind 57 Organisationen aus den Bereichen Musik, Spiel, Theater, Tanz, Bildende Kunst, Literatur, Museum, Medien, Zirkus und kulturpädagogische Fortbildung vertreten.

Der Bundeselternrat ist die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland. Über seine Mitglieder vertritt er die Eltern von rd. 8 Millionen Kindern und Jugendlichen an allgemein- und berufsbildenden öffentlichen Schulen.

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Der gemeinsam vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V. (BKJ) ausgelobte Wettbewerb MIXED UP will die Zusammenarbeit zwischen Jugendarbeit, Kultur und Schule verbessern und jungen Menschen Teilhabemöglichkeiten an Musik, Spiel, Theater, Tanz, Rhythmik, bildender Kunst, Literatur, Medien und Zirkus bieten. Durch die Förderung kultureller Bildungsangebote an Schulen schafft er Voraussetzungen für ganzheitliche Bildung und unterstützt Kinder und Jugendliche in ihrer Persönlichkeits- und Kompetenzentwicklung.

 

Pressekontakt Bundeselternrat:

Wolfgang Pabel

Pressesprecher/stellvertretender Vorsitzender

mobil: 0160 6106168

E-Mail: wolfgang.pabel@bundeselternrat.de

 

 

Studie der Bertelsmann Stiftung - Bundesvergleich gebundener Ganztagsschulen

Meldung vom 28.04.2016

von: Wolfgang Pabel

 

Studie der Bertelsmann Stiftung – Bundesvergleich gebundener Ganztagsschulen

Mit der aktuellen Studie der Bertelsmann Stiftung zur Ressourcenausstattung gebundener Ganztagsschulen in Deutschland wird uns sehr deutlich vor Augen geführt, wie unterschiedlich Bildungschancen im direkten Vergleich zwischen den Bundesländern verteilt sind. Mit dem zunehmenden Ausbau der Ganztagsschulen in den letzten 15 Jahren waren gerade auf Seiten der Eltern viele positive Erwartungen hinsichtlich der Bildungschancen ihrer Kinder verbunden. So wurden neben der ganztägigen Betreuung vor allem die pädagogischen und sozialen Vorteile gegenüber der Halbtagsschule ins Feld geführt.  Auch die längere Lernzeit für die Schüler/-innen wurde als besonderer Vorteil erkannt.

 

Die Ganztagsschule steht mittlerweile grundsätzlich für mehr Chancengerechtigkeit und sie gilt als ein leistungsfähiges Schulsystem. Mittlerweile haben fast 60 % aller Schulen ein ganztägiges Angebot. In der Ausstattung dieser Schulform werden in der Bertelsmann Studie aber schon allein bei der gebundenen Ganztagsschule erhebliche Unterschiede festgestellt. Diese zeigen sich besonders in der landesabhängigen Zuweisung des pädagogischen Fachpersonals für den Ganztagsbereich. So werden die Grundschulen weit besser ausgestattet als die weiterführenden Schulen und im Bereich der Stundenzuweisung sind diese Unterschiede noch deutlicher zu erkennen. Im Bundevergleich werden so z.B. die gebundenen Ganztagsgrundschulen je nach Land mit zusätzlichem Personal in einer Spanne von 3 bis zu 32 Wochenstunden versorgt und Personalausstattung und Umfang der angebotenen zusätzlichen Lernzeiten passen oft nicht zueinander; der Landesanteil an der Personalausstattung variiert ebenfalls sehr stark, je nach Schulform und Land von 22% bis 67%.

 

Das zentrale Ergebnis dieser Untersuchung: „Trotz einheitlicher Kategorisierung durch die Kultusministerkonferenz als „gebundene Ganztagsschulen“ weisen die Schulen im Ländervergleich ein erstaunliches Spektrum an unterschiedlichen Voraussetzungen auf, wenn es um Ausmaß erstens an zusätzlicher Lernzeit, zweitens an zusätzlichem pädagogischem Personal und schließlich um die Kongruenz von Lernzeit und Personalausstattung geht. Von gleichwertigen Lernchancen im Ganztag kann angesichts dieser ... empirischen Befunde nicht einmal im Ansatz die Rede sein.“ (Dr. Jörg Dräger und Ulrich Kober im Vorwort zur Studie)                                                    

 

Gerade hat sich der Bundeselternrat auf seinem Kongress vom 22.-24. April 2016 in Potsdam zum Thema Lernen folgende Frage gestellt: „Selbstbestimmtes Leben als Ziel von Bildung – Was müssen unsere Kinder heute lernen?“. Das Ergebnis: Die notwendige individuelle Förderung aller Kinder und die Mitwirkung in demokratischen Strukturen verlangt eine gute Nutzung der zur Verfügung stehenden Zeit, dies gilt ebenfalls für die Ganztagsschule. Aber die großen Unterschiede im Ergebnis der Bertelsmann Studie  bezüglich Personalausstattung und der ihr zugewiesenen Zeit lassen es erahnen: Pädagogisch begründete Qualitätskriterien haben bei der Ausstattung der Ganztagsschule selten eine Rolle gespielt. Gerade der Ländervergleich an schulspezifischen Themen führt dieses Grundproblem zu Tage und er ist auch auf viele andere Bildungsschwerpunkte zu übertragen. Sei es nun die Umsetzung der Inklusion oder die Frage nach vergleichbaren Bildungsstandards. Die Forderung aus dieser und  vieler anderer Studien, die am Längsschnitt untersuchen müssen, wie gut unser Schulsystem in seinen Teilbereichen wirklich ist, muss eine bundeweite Bildungsstrategie sein, die auf der Grundlage von pädagogisch begründeten Qualitätskriterien das benennt, was Schule wirklich braucht und festlegt, was es kostet und wer es bezahlt.

 

 

Wolfgang Pabel

Pressesprecher/stellvertretender Vorsitzender

mobil: 0160 6106168

E-Mail: wolfgang.pabel@bundeselternrat.de

 

 

Selbstbestimmtes Leben als Ziel von Bildung - Was müssen unsere Kinder heute lernen?

Meldung vom 27.04.2016

von: Wolfgang Pabel

 

Selbstbestimmtes Leben als Ziel von Bildung – Was müssen unsere Kinder heute lernen?

In jeder Gesellschaft wird  diese grundlegende Frage gestellt. Aus der Sicht der Eltern treten hierzulande folgende Fragestellungen auf: Brauchen wir mehr Allgemeinbildung oder lernen unsere Kinder eher für den Beruf? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten müssen wir bei unseren Kindern besonders fördern? Unterstützen wir die berufliche Bildung oder ist die akademische Bildung das angestrebte Bildungsziel? Wie bewerkstelligen wir die Inklusion, dies beinhaltet die Integration der Flüchtlingskinder und welche Kompetenzen werden eigentlich von unseren Kindern verlangt? In diesem Spannungsfeld bewegten sich die Debatten im Bundeselternrat auf seinem Kongress mit den Fachausschüssen Förderschulen und Realschulen.  Eine Grundlage war die Aussage von Prof. Dr. Sabine Andresen aus der 3. World Vision Kinderstudie: „Zu keiner Zeit hat es dermaßen an den Bedürfnissen der Kinder orientierte Eltern gegeben... aber auch noch nie einen solchen Leistungsdruck.“ Bei den Kindern wird in allen aktuellen Studien ein „Leben in Selbstbestimmung“ als oberstes Ziel benannt.

 

Aber wie können Schule und Elternhaus diese Bestrebungen unterstützen, ohne dass sich eine ganze Generation in die ständige Überforderung begibt? Gerade unter der wachsenden Unüberschaubarkeit der eigenen Möglichkeiten und dem Verlust zweifelsfreier Normen und Werte sind die Herausforderungen an unsere Kinder enorm gestiegen. Schule und Elternhaus müssen demzufolge die Kinder und Jugendlichen auf der Grundlage einer realistischen Selbsteinschätzung zu einem eigenverantwortlichen Handeln befähigen.

 

Aber welche Kompetenzen werden hierzu gebraucht? Dr. Andreas Jantowski vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) hat hierzu auf dem Fachkongress folgendes erklärt: „Wir brauchen ein Bildungsminimum“. Er definiert dieses Bildungsminimum als „Teilmenge der Kulturtechniken von besonderer Bedeutung“. Kulturtechniken sind demnach Kompetenzen, über die ein Schüler im Wesentlichen als „Routinen“ verfügen muss, damit ihm eine aktive Teilhabe an seiner Kultur überhaupt möglich ist. Darüber hinaus müssen unsere Kinder lernen mit den zunehmenden Unsicherheiten unserer Zeit konstruktiv umzugehen. Neben der reinen Faktenvermittlung sollte dabei das selbstständige Denken im Fokus der Schule stehen, um mit Kreativität die Probleme unserer Zeit anzugehen. Prof. Dr. Martin Lücke hat diesen vermeintlichen Widerspruch zwischen Fachwissen und seiner Anwendung sehr anschaulich am Fach Geschichte aufgezeigt. Weniger das Auswendiglernen chronologischer Abläufe sollte hier im Fokus stehen, sondern vielmehr das Lernen in einem übergeordneten Themenbereich, mit Gegenwarts- und Lebensweltbezug. Im Rahmen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung sei der Fachunterricht sogar grundsätzlich in Frage zu stellen. Heike Nitzsche, Beraterin für Demokratiepädagogik in Sachsen, schloss den Fachkongress mit den Worten von Prof. Dr. Wolfgang Edelstein zum Thema Demokratie lernen in der Schule ab: „Demokratie lernen ist demnach keine Nebenaufgabe, die gleichsam außerhalb des Ernstfalls, als „sozialer Klimbim“ auf einem Nebenschauplatz der Kuschelpädagogik für den schönen Schein anfällt. Demokratie in der Schule ist der Ernstfall, und sie muss ins Zentrum der Aufgabe gestellt werden, die Schule überhaupt zu erfüllen hat. Schüler sollen für das Leben lernen, und es ist die Aufgabe der Schule, sie dabei zu unterstützen.“ (Edelstein, W. & de Haan, G. (2004). Empfehlung 5: Lernkonzepte für eine zukunftsfähige Schule - von Schlüsselkompetenzen zum Curriculum. I)

 

 

Wolfgang Pabel

Pressesprecher/stellvertretender Vorsitzender

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Schul(um)bau zwischen Sanierungsstau und zeitgemäßer Pädagogik

Meldung vom 07. März 2016

von: Wolfgang Pabel

 

Schul(um)bau zwischen Sanierungsstau und zeitgemäßer Pädagogik

In diesem Spannungsfeld befindet sich der deutsche Schulbau seit Jahren. Die öffentlichen Kassen der Städte und Kommunen sind leer und der Investitionsdruck durch die steigende Nachfrage nach neuen Schulbauten in den Ballungszentren und die notwendige Instandhaltung der bestehenden Schulen nimmt unaufhörlich zu. Die Schulbauten in Deutschland sind insgesamt in einem sehr schlechten Zustand. Nach Schätzungen des Deutschen Instituts für Urbanistik (Reidenbach, Michael, u.a. (2008): Investitionsrückstand und Investitionsbedarf der Kommunen. Ausmaß, Ursachen, Folgen, Strategien, Edition Difu – Stadt Forschung Praxis, Bd. 4) besteht bis zum Jahr 2020 ein erheblicher Investitionsbedarf von ca. 35 Milliarden EUR.

 

Der Vorsitzende des Bundeselternrates, Michael Töpler erklärt hierzu: „Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, benötigen wir neue Zahlen, um den aktuellen Investitionsbedarf für den Schul(um)bau festzustellen. Auch wenn in einigen Bundesländern schon erhebliche Anstrengungen beim Neu- und Umbau von Schulen zu verzeichnen sind, besteht bei vielen Schulträgern immer noch ein erhebliches Finanzierungsdefizit. Um diesen Zustand zu verändern, muss die Finanzverantwortung für die Bildung bundesweit auf den Prüfstand gestellt werden. Der Bundeselternrat fordert hierzu seit langem die Aufhebung des Kooperationsverbotes. Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gerade unter den aktuellen Herausforderungen an das Bildungssystem ist eine bundesweite Bildungsstrategie gefordert, die zur Ermittlung der notwendigen Kosten für Bildung und deren gerechter Verteilung zwischen dem Bund, den Ländern und den Kommunen führt.“ (1)

 

Unabhängig von der Finanzierung befinden sich aber auch die Rahmenbedingungen für den Bau von Schulen in einem ständigen Wandel. Mit den aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen durch die Zuwanderung, dem demografischen Wandel und dem Anspruch einer zeitgemäßen Pädagogik stehen erhebliche Veränderungen in der Planung, der Gestaltung und dem Bau von Schulen im Raum. Nach welchen Kriterien soll also in Zukunft der Schul(um)bau geplant und umgesetzt werden?

 

  • Pädagogik/Heterogenität: Die monofunktionale Sichtweise des Schulbaus im letzten Jahrhundert entspricht nicht mehr den pädagogischen Anforderungen der heutigen Zeit. Individuelle Förderung, Rhythmisierung, Ganztag und neue Lern- und Lehrformen erfordern neue räumliche Konzepte. Zudem können wir heute nicht absehen, welche Nutzungen in 20 Jahren auf die Schulgebäude zukommen. Wir benötigen flexible Gebäude mit offenen und veränderbaren Raum- und Organisationskonzepten, die jederzeit den gegebenen Anforderungen angepasst werden können. Der deutliche Anstieg der Heterogenität in den Schulklassen erfordert angemessene räumliche Bedingungen, damit alle Schülerinnen und Schüler differenziert gefördert werden können. Wir benötigen Raumkonzepte mit Differenzierungsräumen und offenen Bildungslandschaften, um diesen individuellen Anforderungen an einen gemeinsamen Unterricht gerecht zu werden!
  • Gesunde Schule: Kinder haben ein Recht auf Bildung und Kinder haben ein Recht auf ein gesundes Lernumfeld. Lärmschutz, Raum zur Bewegung und ein ästhetisch anregender Schulbau unterstützen die gesunde Entwicklung unserer Kinder und sind anerkannte Kriterien für den modernen Schulbau. So wie es die Deutsche gesetzliche Unfallversicherung oder die Montag-Stiftungen Jugend und Gesellschaft in ihren Leitlinien schon lange fordern: Wir brauchen vor Allem eine Investition in den gesunden Schulbau!
  • Nachhaltiger Schulbau: Inhalte, die in der Schule vermittelt werden sollen, müssen auch in der Planung allgegenwärtig sein. Bildung für nachhaltige Entwicklung in Schulen (BNE) verlangt die Verwendung wiederverwertbarer Materialien, die Vorgabe einer besseren Energieeffizienz und die gesundheitliche Ausrichtung im gesamten Planungsprozess! 
  • Schule als städtebauliche Ressource: Nachhaltiger Schulbau und der enge Finanzrahmen bei den Schulträgern zwingt uns in Zukunft bei der Planung über die Erhöhung des Nutzwertes von Schulgebäuden nachzudenken. Schulen könnten neben der besseren Auslastung durch eine Mehrfach- und Mischnutzung gerade durch die gute Gestaltung ihrer Öffnung eine Belebung und eine höhere Bedeutung für die Region erfahren. Schulplanung muss in das räumliche Konzept der Stadt und der Region eingebunden sein!
  • Schulentwicklungspolitik: Wichtige Aspekte wie die ganztägige Bildung, eine erfolgreiche Integrationspolitik und die Forderung nach Inklusion und lebenslangem Lernen erfordern es, dass Bildung über den einzelnen Schulstandort hinaus als kommunale Gesamtaufgabe verstanden wird. Ein moderner Schulbauprozess ist ohne eine sozialräumliche Bewertung und die Rückbindung an eine regionale Schulentwicklungspolitik nicht umsetzbar.
  • Schulbaurichtlinien: In den Bundesländern folgen die generalisierten Schulbaurichtlinien immer noch den Vorstellungen eines traditionellen Schulbaus. Im Zentrum der Schulgrundrisse steht der Klassenraum mit seiner festgelegten Raumgröße und einer entsprechenden Funktionszuweisung. Neue Raum und Organisationskonzepte sind hier meist nicht vorgesehen oder werden durch entsprechende Vorgaben sogar verhindert. Wir benötigen neue Schulbaurichtlinien, die einen qualitativen und quantitativen Orientierungsrahmen darstellen, der individuell interpretierbar ist und sinnvolle Mindestanforderungen enthält.

 

Der Pressesprecher des Bundeselternrates, Wolfgang Pabel erklärt: „Um diesen vielfältigen Anforderungen an einen modernen Schul(um)bau gerecht zu werden, brauchen wir neben einer sachgerechten Finanzierung und bundeseinheitlichen Kriterien eine neue Kultur des Planens und Bauens. Wenn der Schulbau früher eher durch eine einheitliche Formensprache geprägt war, so ist er heute zu einem Ort der individuellen Ausgestaltung geworden. Anpassung und Umbau sind heute wichtiger als der normierte Neubau. Um diesen individuellen Planungsprozessen gerecht zu werden, bedarf es bei der Planung und beim Bau einer passgenauen Bedarfsanalyse für jeden einzelnen Lernort. Die zentrale Frage der Schulentwicklung der Zukunft lautet: Welche Schule soll mit welchem Profil neugebaut, umgebaut oder sogar geschlossen werden? Diese Frage kann nur in einem integrierten Planungsprozess und unter intensiver Mitwirkung aller Beteiligten beantwortet werden. Das betrifft neben der Architektur, dem Städtebau, der Verwaltung und der Politik vor allem die Schülerinnen und Schüler, die Lehrerinnen und Lehrer, die Schulleitungen und die Eltern. Eine zeitgemäße Schulentwicklung verlangt die demokratische Beteiligung der späteren Nutzer! Die Schule ist damit schon in ihrem Planungsprozess der zentrale Ort, an dem das Demokratiebewusstsein unserer Gesellschaft gelernt und umgesetzt werden muss!“

 

Ihr Ansprechpartner ist:

Wolfgang Pabel

stellvertretender Vorsitzender/Pressesprecher

mobil: 0160 6106168

E-Mail: wolfgang.pabel@bundeselternrat.de

http://www.bundeselternrat.de

(1)Zum Thema Bildungsstrategien verweist der Bundeselternrat auf seine Pressemitteilungen „Schulsozialarbeit“ vom 19.12.2014 und „Ein gutes Bundesteilhabegesetz jetzt!“ vom 20.1.2015

 

Pressemitteilung der BSK

Bundesschülerkonferenz zum Förderprogramm von Schulneubauten

 

 

didacta 2016 - Die Zukunft des Lernens

Meldung vom 16. Februar 2016

von: Michael Töpler

 

didacta 2016 – Die Zukunft des Lernens

In diesem Jahr findet in Köln vom 16. bis zum 20. Februar die weltgrößte Bildungsmesse unter folgenden Themenschwerpunkten statt: Wo und wie wollen wir in Zukunft lernen, wie müssen sich Lehrer auf diese Veränderungen einstellen und wie kann mit den rasanten Veränderungen unserer schnelllebigen Informationsgesellschaft umgegangen werden? Darüber hinaus befasst sich auch die didacta mit dem großen gesellschaftlichen Thema: Wie kann Schule mit den Herausforderungen der Zuwanderung und der Flüchtlingsbewegung konstruktiv und erfolgreich umgehen?

Der Bundeselternrat möchte Sie einladen, unseren Stand B 048 in der Halle 07 zu besuchen und mit uns über diese und weitere Themen ins Gespräch zu kommen. Der Bundeselternrat ist die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland. Über seine Mitglieder vertritt er die Eltern von rund acht Millionen Kindern und Jugendlichen an allgemeinbildenden und berufsbildenden öffentlichen Schulen. In unserem zur didacta 2016 veröffentlichten Tätigkeitsbericht können die Schwerpunkte unserer Arbeit des letzten Jahres und die Themen für das Jahr 2016 eingesehen werden. Darüber hinaus steht Ihnen auch Informationsmaterial der Landeselternvertretungen zur Verfügung.

Analog zu den Themenschwerpunkten der didacta 2016 beschäftigt sich auch der Bundeselternrat unter dem Jahresmotto „Bildungsrepublik Deutschland“ mit der großen Frage: Welche neuen Lernformen braucht die Schule von Morgen und wie kann diese Schule den Herausforderungen durch die anstehende Integration der Flüchtlingskinder gerecht werden? Das Thema Bildungsfinanzierung spielt hier natürlich eine große Rolle. Gerade unter den anstehenden Aufgaben stehen die Schulen und die Schulträger vor einem hohen Investitionsbedarf. Wie kann in Zukunft die Finanzzuständigkeit zwischen dem Bund, den Ländern und den Kommunen gestaltet werden, um den Herausforderungen unserer Zeit gerecht zu werden? Ist das Kooperationsverbot im Bereich der schulischen Bildung noch zeitgemäß? Braucht die „Bildungsrepublik Deutschland“ eine gemeinsame Bildungsstrategie? Neben den Themenschwerpunkten auf der didacta freuen wir uns sehr, mit Ihnen auch über diese wichtigen Themen ins Gespräch zu kommen.


Bundeselternrat
Halle 07, Stand B 048

Ihr Ansprechpartner ist:
Michael Töpler
Vorsitzender
mobil: 0171 6247112
E-Mail: michael.toepler@bundeselternrat.de 

 

 

Allgemeinbildung und Berufsorientierung - ein Gegensatz?

Meldung vom 27. Januar 2016

von: Wolfgang Pabel

 

Allgemeinbildung und Berufsorientierung – ein Gegensatz?
Diese Frage stellte sich der Bundeselternrat mit seinen Fachausschüssen Haupt- und Gesamtschule unter dem Jahresthema „Welche Bildung braucht unsere Gesellschaft?“ auf seinem Fachkongress vom 22.01. – 24.01.2016 in Potsdam.


Die Auseinandersetzung über den Wert der Allgemeinbildung und der Berufsbildung und deren Vereinbarkeit ist ein klassisches berufspädagogisches Thema und sie hat gerade in föderalen Bildungssystemen eine lange Tradition. So wird in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland der Allgemeinbildung ein weit höherer Wert als der Berufsbildung eingeräumt. Diese Annahme fußt auf dem neuhumanistischen Bildungsideal, wonach die „wahre Menschenbildung“ über die Allgemeinbildung erfolgt. Die Berufsbildung dient lediglich der fachspezifischen Kompetenzbildung, die anschließend zu einem Beruf führt. Eine Verbindung der Allgemeinbildung und der Berufsbildung wird heute in der Schulwirklichkeit vielfach noch kritisch gesehen.


Mit dem Vortrag „Wie allgemein soll die Bildung sein?“ von Prof. Dr. Zimmerli wurde diese Vorgehensweise kritisch hinterfragt. Aus seiner Sicht bedarf es gerade in föderativen Bildungssystemen einer umfassenden Bildungsstrategie, um jeder Form von Miniaturisierung entgegen zu wirken. Ausgangspunkt für seine Kritik an der angewendeten strikten Trennung von allgemeiner und beruflicher Bildung ist die Frage nach der Bedeutung der Bildungsgerechtigkeit und der Chancengleichheit. Auf dem Kongress des Bundeselternrats wurden diese Begriffe in Anlehnung an John Rawls wie folgt definiert:


Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit
Wir sprechen von einer umfassenden Bildungsgerechtigkeit, wenn jeder bereit ist, freiwillig die Rolle der Menschen einzunehmen, die in unserem Bildungssystem am meisten benachteiligt sind. Den größten Einfluss auf die eigene Position hat hierbei aktuell die soziale Herkunft. Um Gerechtigkeit herzustellen, muss gerade das Bildungssystem diesen Einfluss kompensieren. Chancengleichheit bedeutet hingegen allen Menschen die gleichen Startbedingungen zu geben. Dabei geht es nicht um die Gleichheit der zu erreichenden Ziele, sondern um die Bereitstellung der individuell notwendigen Lernbedingungen. Die Zugangsmöglichkeiten zu einem Bildungssystem sind wichtiger als seine Durchlässigkeit.


Migration als Chance
Unter diesem Aspekt sind besonders die Herausforderungen durch die anstehende Zuwanderung in den Blick zu nehmen. Viele zugewanderte Kinder und Jugendliche erfüllen unsere schulischen Anforderungen nicht. Um den Zugang in das Bildungssystem zu erleichtern wird mittlerweile über die Senkung der allgemeinen Bildungsanforderungen nachgedacht. Es muss aber in erster Linie um die Form der Feststellung und Anerkennung der bereits vorhandenen Kenntnisse gehen. Folgt man den vorgenannten Idealen der Bildungsgerechtigkeit und der Chancengleichheit, ist vor allem das Öffnen der individuellen Bildungswege zu gestalten. Bildungszugänge dürfen nicht auf Grund fehlender Qualifikationen grundsätzlich eingeschränkt werden, denn Bildung ist ein wesentlicher Teil der Integration. Im Ergebnis muss unser duales Schul- und Ausbildungssystem zu einem pluralen Bildungssystem weiterentwickelt werden.


Integration von Allgemein- und Berufsbildung
Der Vorsitzende des Bundeselternrats Michael Töpler erklärte hierzu: „Im Zentrum einer sich immer schneller wandelnden Berufswelt steht die Vermittlung von Schlüsselqualifikationen. Besonders allgemeine Kompetenzen wie die Methoden-, Fach-, Personal-und Sozialkompetenzen werden hier verlangt. Diese Kompetenzen sind nicht auf bestimmte Schulformen oder Abschlüsse beschränkt. Sie müssen ganzheitlich auf allen Ebenen der Bildung vermittelt werden und das unabhängig von dem angestrebten Bildungs- und Berufsziel. Allgemeinbildung und Berufsbildung zielen beide auf die Entwicklung der Persönlichkeit.“

 

Bildung für die Zukunft
Im Rahmen dieser Zusammenführung von Allgemeinbildung und Berufsbildung ist eine weiterführende Berufs- und Studienorientierung gefragt. Der Pressesprecher des Bundeselternrats Wolfgang Pabel forderte hierzu: „Für die Berufs- und Studienorientierung benötigen wir einen Mittler, der sich bei den regionalen und überregionalen Bildungsangeboten auskennt und die Schüler/innen und ihre Eltern langfristig bei dieser Entscheidungsfindung begleitet. Neben dieser persönlichen Unterstützung benötigen wir ein Kriterienraster, welches die Schüler/innen schon frühzeitig, also auch schon bei der Fächer- und später bei der Berufswahl unterstützt. Gerade eine umfangreiche und systematisch aufgebaute Berufs- und Studienorientierung senkt die nach wie vor viel zu hohen Abbruchzahlen von bis zu 30 % im Studium und in der Ausbildung zu einem Beruf. Die Berufsorientierung muss als Bildungsschwerpunkt in allen Schulgesetzen fest verankert werden und kann auch bei Bedarf in ein eigenes Schulfach münden. Dieses müsste sich umfassend mit dem Kern von Bildung, der Persönlichkeitsentwicklung der Schüler/innen und ihren Zukunftsvisionen beschäftigen. Wichtige Aspekte hierfür wären die Wahrnehmung der eigenen Wirksamkeit, Verantwortungsgefühl, Vertrauen in die Gemeinschaft, Selbstorganisation, lösungsorientiertes Denken und das Erkennen der Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns. Im Mittelpunkt steht also die Frage: „Wer sind wir und was hat für uns einen Wert?“ Die im Jahresthema gestellte Frage: „Welche Bildung braucht unsere Gesellschaft?“ lässt sich damit nicht abschließend beantworten. Vielmehr wurde diese Frage durch unseren Kongress noch einmal geschärft: „Welche Bildung brauchen wir, damit unsere Kinder eine gute Zukunft haben?“


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E-Mail: wolfgang.pabel@bundeselternrat.de

 

 

 

Auf dem Weg zur inklusiven Schule haben wir weniger einen Mangel an Erkenntnis, sondern vielmehr ein Umsetzungsproblem

Meldung vom 25. November 2015

von: Wolfgang Pabel

 

„Auf dem Weg zur inklusiven Schule haben wir weniger einen Mangel an Erkenntnis,
sondern vielmehr ein Umsetzungsproblem“

Der Bundeselternrat hat sich auf seinem Bildungskongress vom 20. bis 22. November mit der Frage der gelingenden Inklusion im Schulsystem befasst. Direkt vor den Inklusionstagen zum Nationalen Aktionsplan 2.0 wurden mit der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, der Bertelsmann Stiftung und Aktion Mensch drei Organisationen eingeladen, die sich die Förderung dieses wichtigen Transformationsprozesses ganz besonders auf die Agenda gesetzt haben. Inklusion beschreibt einen Referenzrahmen, der in Deutschland im Kontext der UN-Behindertenrechtskonvention leider sehr auf den Begriff der Behinderung reduziert wird. Der weitergehende Begriff stellt aber die Frage nach der Verhinderung von Diskriminierung und Teilhabeausschluss für alle Menschen in unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt. Daraus folgt für den Vorsitzenden Michael Töpler: „Jeder und jedem in unserer Gesellschaft muss die gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht werden. Dafür benötigen wir den freien und gleichberechtigen Zugang zu hochwertiger Bildung für alle Schülerinnen und Schüler. Inklusion ist die Grundlage einer umfassenden Bildungsgerechtigkeit und hilft dabei, die Potentiale aller Schülerinnen und Schüler zu entfalten!“

Mit dem Vortrag der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft wurde nach dieser Begriffsklärung aufgezeigt, dass die fünf Mythen der Inklusionsgegner: Inklusion werde scheitern, Inklusion sei pure Sozialromantik, Inklusion funktioniere nicht auf dem Gymnasium, Inklusion sei eine Belastung und verringere die Schulleistungen, mit der schulischen Realität nicht in Einklang zu bringen sind. Diese Ansicht wurde auch von der aktuellen Umfrage der Bertelsmann Stiftung bei Eltern mit Inklusionserfahrung an der Schule ihrer Kinder und Jugendlichen bestätigt. So werden die Angebote der inklusiven Schule zur individuellen Förderung und das soziale Lernen gerade von diesen Eltern als besonders positiv eingeschätzt. Neben der Frage nach der Bewertung stellte sich aber auch die Frage nach der Datenlage. Die Bertelsmann Stiftung kommt mit ihrer aktuellen Studie zu dem Ergebnis: Die Zahl der Kinder mit festgestelltem Förderbedarf in der Regelschule steigt, die Zahl der festgestellten Förderbedarfe aber auch, so dass im Ergebnis die Zahl der Kinder, die eine Förderschule besuchen, seit 2008 nicht nennenswert gesunken ist. Bei der Ermittlung dieser Zahlen wurde mit den Ländern aber nicht geregelt, was unter einem diagnostiziertem sonderpädagogischen Förderbedarf zu verstehen ist, wie ein inklusiver Lernort aussieht und auf welche Weise diagnostiziert wird. Hier besteht deutlicher Veränderungsbedarf.

Als besonders gutes Praxisbeispiel wurde die Mittelschule Thalmässing aus Bayern eingeladen. Das Leitbild dieser Schule lautet: „Stärken durch eigenaktives Lernen“. Diese Schule überzeugt durch ihren grundlegenden Handlungsansatz bei der Umsetzung der Inklusion: Arbeiten mit heterogenen Gruppen in offenen und freien Unterrichtsformen. Eine Umfrage bei den Eltern dieser Schule bestätigt das Ergebnis der Bertelsmann-Stiftung: Die allgemeine Sicht auf Inklusion hängt mit dem Grad der eigenen Erfahrungen zusammen. Aktion Mensch rundete mit ihrem umfassenden Angebot zur Bewusstseinsbildung und Projektförderung die Vorträge dieses Bildungskongresses ab.

Als Resümee dieser Tagung stellt der Pressesprecher Wolfgang Pabel fest: „Auf dem Weg zur inklusiven Schule haben wir weniger einen Mangel an Erkenntnis, sondern vielmehr ein Umsetzungsproblem. Wir brauchen neben guten Beispielen und einer breiten öffentlichen Unterstützung auch eine valide Datenlage im Bereich der Umsetzung. Dies ist die notwendige Grundlage für die qualitative Weiterentwicklung der inklusiven Schule in Deutschland.“

Ihr Ansprechpartner ist:
Wolfgang Pabel
stellvertretender Vorsitzender/Pressesprecher
mobil: 0160 6106168
E-Mail: wolfgang.pabel@bundeselternrat.de

 

 

 

Schulwahl - Berufsorientierung - Beruf

Meldung vom 27. September 2015

von: Wolfgang Pabel

 

Schulwahl - Berufsorientierung - Beruf


Anlässlich seiner 3. Fachtagung vom 25.09. – 27.09.2015 hat sich der Bundeselternrat mit seinen Ausschüssen Grundschule und frühkindliche Bildung, Hauptschule und Berufsbildende Schulen mit dem hochaktuellen Thema „Übergänge im Bildungssystem und Partizipation der Eltern“ beschäftigt. In den Fachvorträgen zur Berufs- und Schulwahl, zu den Übergängen in den Sekundarbereich II und der hohen Quote an Bildungsabbrüchen wurde sehr schnell deutlich, dass bei der pädagogischen Gestaltung aller Übergänge im Schulsystem noch ein erheblicher Handlungsbedarf besteht. So liegt allein die Quote der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss im Bundesdurchschnitt bei 5,5 %, in einigen Bundesländern sogar über 10 %. In der Berufs- und Hochschulausbildung liegt die Quote der abgebrochenen Bildungsgänge bei 30%. Auch wenn diese Zahlen in ihrer absoluten Größe keinen ausreichenden Indikator für die Qualität der Schul- und Berufswahl darstellen, zeigen sie ein deutliches Problem: Zu viele Schülerinnen und Schüler scheitern in und nach der Schule an den Übergängen! Der Vorsitzende des Bundeselternrates, Michael Töpler mahnt hierzu an: „Aus der Sicht jedes betroffenen Jugendlichen, sowie aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive, ist dieser Zustand nicht hinnehmbar!“


Der Bundeselternrat fordert schon seit längerem die umfangreiche Weiterentwicklung schulunterstützender Systeme. Neben einem Bundesprogramm für Schulsozialarbeit und einem modernen Bundesteilhabegesetz wurde in dieser Tagung sehr deutlich, dass vor Allem im Bereich der Schulpsychologie Deutschland im europäischen Vergleich den Anschluss verloren hat. So ist in den europäischen Nachbarländern ein Schulpsychologe für ca. 1000 bis 2000 Schülerinnen und Schüler zuständig. In der Bundesrepublik betreut ein Schulpsychologe je nach Bundesland 5.000 bis weit über 10.000 Schülerinnen und Schüler. Ein Zustand, der mit Blick auf die aktuelle Quote der Schuldistanz und den damit verbundenen Bildungsabbrüchen nicht zu verantworten ist!


Darüber hinaus muss sich aber auch die Schule selbst dieser Aufgabe stellen. Die Trennung zwischen dem allgemeinbildenden Schulsystem und der Berufsausbildung ist im Grundsatz in Frage zu stellen. Ein besonders positives Beispiel für eine Überwindung dieser Systemgrenzen wurde auf der Fachtagung des Bundeselternrates mit der Kooperativen Gesamtschule Schneverdingen aus Niedersachsen vorgestellt. Mit ihren Konzepten „Jobwärts“, „A(zu)biwärts“ und „Uniwärts“ zeigt sie beispielhaft auf, wie für alle Schulabschlüsse ein pädagogisches Übergangskonzept von der Schule bis in den Beruf gestaltet werden kann. Besonders hervorzuheben ist dabei die „Nachbetreuung der Schülerinnen und Schüler im ersten Ausbildungsjahr“ durch die Lehrkräfte der allgemeinbildenden Schule. Durch dieses Engagement der Schule ist die Quote der Schulabbrecher auf 2% gesunken und die Übergangsquote für Hauptschüler in den Beruf auf über 90 % gestiegen! Ein weiteres positives Beispiel ist das von der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit vorgestellte berufspädagogische Rahmenkonzept „PraeLab“ - Beratung als innovative Prävention von Ausbildungsabbrüchen.


Der Pressesprecher des Bundeselternrates, Wolfgang Pabel, fordert hierzu: „Besonders im Bereich der Übergänge ist es wichtig, über die einzelnen Systemgrenzen hinwegzudenken und Methoden zu entwickeln, die allen Schülerinnen und Schülern Bildungserfolge und damit den Weg in ein selbständiges Leben ermöglichen. Hierzu ist es dringend erforderlich, auch im Bereich der Schul- und Bundesgesetzgebung (SGB III, VII, VIII) Zuständigkeiten zusammenzuführen und damit Grenzen zu überwinden.“

 

Ihr Ansprechpartner ist:
Wolfgang Pabel, stellvertretender Vorsitzender/Pressesprecher
mobil: 0160 6106168
E-Mail: wolfgang.pabel@bundeselternrat.de

 

 

Kinder und Jugendliche sind vor E-Shishas und E-Zigaretten zu schützen!

Meldung vom 11.02.2015

Von: Wolfgang Pabel

 

Kinder und Jugendliche sind vor E-Shishas und E-Zigaretten zu schützen!

Immer mehr Jugendliche konsumieren E- Shishas und E-Zigaretten. Auch wenn diese E-Shishas kein Nikotin enthalten, kann eine gesundheitliche Gefährdung bei Kindern und Jugendlichen nicht ausgeschlossen werden. Das gilt besonders für die wissenschaftlich nicht abschließend getesteten Beimengungen vieler Substanzen.  Die beim Gebrauch inhalierten Aerosole werden von führenden Experten als gesundheitlich bedenklich eingestuft.

  • Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) kann bei E-Zigaretten eine krebserregende Wirkung nicht ausgeschlossen werden. Darüber hinaus könnten die beim Konsum von E-Shishas und E-Zigaretten eingeatmeten Substanzen zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden führen. Hierbei sind vor allem die Spät- und Langzeitfolgen noch nicht ausreichend erforscht!
  • Bei dem frühen Konsum von E-Shishas und E-Zigaretten im Kindesalter wird die Hemmschwelle zum Konsum von Tabakwaren im Grundsatz abgesenkt. So werden unsere Kinder und Jugendlichen frühzeitig an den Gebrauch von „Inhalations-Produkten“ gewöhnt, die der Gesundheit schaden können. Alle erzieherischen Maßnahmen von Schule und Elternhaus, die mittlerweile bei Jugendlichen zu einem spürbaren Rückgang im Gebrauch von Tabakwaren geführt haben, werden somit in das Gegenteil verkehrt.
  • Der Bundeselternrat fordert daher ein umfassendes Verbot von E-Shishas und E-Zigaretten bis zum 18. Lebensjahr. Eine rechtliche Anpassung ist hierbei zwingend nötig. Im Rahmen der von der Bundesregierung angekündigten Novellierung des Jugendschutzgesetzes muss dieses Verbot zum Schutz unserer Kinder unverzüglich aufgenommen werden und zwar auch ohne Nikotinbeimengung.

Da E-Shishas und E-Zigaretten rechtlich bisher nicht unter das deutsche Jugendschutzgesetz fallen, können derzeit sogar Grundschulkinder diese Produkte am Kiosk kaufen und auf dem Schulhof konsumieren. Zudem werden diese Produkte mit besonders süßen Aromen und zu einem sehr günstigen Preis angeboten. Von daher liegt der Verdacht nahe, dass man mit der Entwicklung dieser Produkte besonders die Zielgruppe der Minderjährigen im Focus hat. Auch wenn einige Schulen dieser Entwicklung durch ein Konsumverbot schon Rechnung tragen, sind die Eltern und Lehrer im Grundsatz machtlos. So lange es keine eindeutige gesetzliche Regelung gibt, können Minderjährige diese Produkte weiterhin ungehindert kaufen und während ihrer Freizeit konsumieren. Schon 2014 gab es hierzu von der Bundesministerin Manuela Schwesig (SPD) die Zusage, im Rahmen einer Novellierung des Jugendschutzgesetzes mit einem Verbot von E-Shishas und E-Zigaretten bei Minderjährigen zu reagieren. Mit dem Entschließungsantrag des Bundesrates vom 19.09.2014 wurde die Überprüfung des Nichtraucherschutzgesetzes und des Jugendschutzgesetzes auch von den Bundesländern angemahnt. Leider liegt bis heute hierzu kein Gesetzentwurf vor.

Somit fordern wir die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, den Verkauf von nikotinfreien und nikotinhaltigen E-Shishas und E-Zigaretten an Kinder und Jugendliche zu unterbinden, um unsere Kinder vor den möglichen gesundheitlichen Risiken zu schützen!

Ihr Ansprechpartner ist:

Wolfgang Pabel stellvertretender Vorsitzender/Pressesprecher

mobil: 0160 6106168

E-Mail:  wolfgang.pabel@bundelelternrat.de

 

 

Ein gutes Bundesteilhabegesetz jetzt!

Meldung vom 20.01.2015

Von: Wolfgang Pabel

Ein gutes Bundesteilhabegesetz jetzt!

Anlässlich der 6. Sitzung der Arbeitsgruppe Bundesteilhabegesetz im Bundesministerium für Arbeit und Soziales fordert der Bundeselternrat ein Bundesteilhabegesetz, das neben der inhaltlichen Reform der Eingliederungshilfe auch die Finanzierung dieser Maßnahme in den Blick nimmt. So ist es für den Bundeselternrat unverzichtbar, weiterhin auf die zweckentsprechende Verwendung der im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes vorgesehenen finanziellen Mittel zu bestehen!

Aus der Sicht des Bundeselternrates ist die Neuregelung der Eingliederungshilfe eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Umsetzung der Inklusion in der Schule. Die Teilhabe von Kindern mit einer drohenden oder festgestellten Behinderung am deutschen Bildungssystem ist oft nur durch die Unterstützung durch die sogenannte Schulbegleitung oder Schulassistenz durchführbar. In der Umsetzung dieser Maßnahme bestehen aber gerade für Eltern und ihre Kinder große Barrieren:

• So bedarf es einer großen Beharrlichkeit, diesen Anspruch auf Unterstützung gegenüber dem Leistungsträger durchzusetzen, da diese auf Grund ihrer aktuellen Haushaltslage und aus Mangel an qualifizierten Bewerbern sich häufig gar nicht mehr in der Lage sehen, die Einzelfallhilfe in ausreichendem Maß für den Bereich Bildung zur Verfügung zu stellen.

• Die gesetzlichen Regelungen zur Umsetzung der Einzelfallhilfe, also die formale Bindung der Maßnahme an das einzelne Kind, führt im schulischen Alltag zu der Vorgabe, das die Hilfe nicht an die systemischen Anforderungen angepasst werden kann. Zudem sind unbefristete Arbeitsverhältnisse für Einzelfallhelfer unter dieser Vorgabe nicht umsetzbar. Im Gegenzug darf aber das Individualrecht aller Kinder auf Unterstützung nicht in Frage gestellt werden.

• Eltern werden durch die verschiedenen Möglichkeiten der Beantragung zusätzlich zu den Belastungen durch die Betreuung und die Erziehung ihrer besonderen Kinder verunsichert und aufgerieben. Eltern wünschen sich hier die Unterstützung durch eine unabhängige Beratung!

Die Bundesrepublik hat sich mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention zur Inklusion als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe bekannt. Der Bundeselternrat fordert daher alle Verantwortlichen auf der Bundes-, der Landes- und der kommunalen Ebene auf, mit dem Bundesteilhabegesetz praxistaugliche Rahmenbedingungen zu schaffen. So erwarten die Eltern, dass die Koalitionspartner an dem im Koalitionspapier hergestellten Zusammenhang zwischen der Entlastung der Kommunen und dem neuen Bundesteilhabegesetz festhalten, um dem Bundesteilhabegesetz seine Entfaltungskraft hinsichtlich der Qualität, der Verbindlichkeit und der Barrierefreiheit (örtlich-räumlich als auch sozial) zu sichern!

Im Interesse aller Kinder erwarten wir vom Gesetzgeber, dass dieser seiner gesamtstaatlichen Verantwortung gerecht wird und die große Chance ergreift, die mit der Schaffung eines modernen Bundesteilhabegesetzes jetzt gegeben ist.

Ihr Ansprechpartner ist:

Wolfgang Pabel

stellvertretender Vorsitzender

mobil: 0160-6106168

E-Mail: wolfgang.pabel@bundeselternrat.de

 

Schulsozialarbeit

Meldung vom 19.12.2014

Von: Wolfgang Pabel

Der Bundeselternrat fordert ein Bundesprogramm für "Jugendsozialarbeit in jeder Schule" anstelle der Weiterführung der "Schulsozialarbeit" in der gegenwärtigen Form.

"Kinder- und Jugendsozialarbeit" ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag, dem sich der Bund, die Länder und die Kommunen in ihrer gemeinsamen Verantwortung stellen müssen. Bisher ist es leider immer noch nicht gelungen, ein bundesweites und auf Dauer angelegtes sozialpädagogisches Unterstützungsangebot für Schulen unabhängig von Projekt- oder Modellvorhaben umzusetzen.

Daher fordert der Bundeselternrat einen bundesverantwortlichen Aktionsplan für eine tragfähige und flächendeckende Implementierung und Finanzierung der Jugendsozialarbeit an jeder Schule. Darüber hinaus fordert er eine klare rechtliche Zuständigkeit für die Jugendsozialarbeit als besonderen Teil der Jugendhilfe. Jugendsozialarbeit ist nicht die originäre Aufgabe der Schule, sondern der Vermittler zwischen der Erziehungsverantwortung der Schule und dem Elternhaus.

Folgende Aufgaben werden an die Jugendsozialarbeit gestellt: Vermeidung von Schulabstinenz, Kooperation mit außerschulischen Partnern, psychosoziale Beratung und Unterstützung der Schüler und ihrer Eltern sowie das Konfliktmanagement im schulischen und außerschulischen Bereich. Zur Qualitätssicherung der "Jugendsozialarbeit" fordert der Bundeselternrat zudem länderübergreifende Standards zur Berufsqualifikation, sowie die Bereitstellung der Instrumente zur bundesweiten Forschung und Evaluation.

Ihr Ansprechpartner ist:

Wolfgang Pabel

stellvertretender Vorsitzender

mobil: 0160-6106168

E-Mail: wolfgang.pabel@bundeselternrat.de

Über den Bundeselternrat:

Der Bundeselternrat ist die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland. Über seine Mitglieder vertritt er die Eltern von rd. 8 Millionen Kindern und Jugendlichen an allgemein- und berufsbildenden Schulen

 

Schulverpflegungsoffensive des Bundes

Meldung vom 08. Dezember 2014

Von: Michael Töpler

Pressemitteilung des Bundeselternrats zur Schulverpflegungsoffensive des Bundes

Der Bundeselternrat begrüßt die Qualitätsoffensive für Schulverpflegung des Bundesernährungsministers Schmidt. „Dieses ist ein wichtiger Baustein im Rahmen der von der KMK geforderten gesundheitlich orientierten Schulentwicklung! Vielerorts wird es derzeit allenfalls als Randthema behandelt ", so Michael Töpler, frisch gewählter Vorsitzender des Bundeselternrates „Noch viel zu häufig hängt die Qualität der Schulverpflegung vom Engagement einzelner Eltern, Fördervereine, Pädagogen oder Schulträger ab. Das Schulessen ist ein curriculares Querschnittsthema, welches im Schulentwicklungsprozess eine große Rolle spielen sollte. Insbesondere für die Beteiligung der Schülerinnen und Schüler bieten sich hier viele Möglichkeiten."

Die gemeinsame Erklärung durch Bundesgesundheitsminister Gröhe, durch Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Schmidt und die Kultusministerkonferenz, vertreten durch die Berliner Bildungssenatorin Scheeres, wird vom Bundeselternrat als hoffnungsvolles Zeichen gewertet, dass die Erkenntnisse der nun veröffentlichten bundesweiten Studie von Prof. Arens- Azevedo (Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, HAW) zum Versorgungsgrad und zur Versorgungsqualität der Schüler auch flächendeckend umgesetzt werden! In diesem Zusammenhang fordert der Bundeselternrat einheitliche Rahmenbedingungen für qualitativ hochwertige Schulverpflegung. Dazu gehört auch, juristische bzw. verwaltungstechnische Hürden auf allen Ebenen auszuräumen.

Der Anstieg von ernährungsbedingten Krankheiten in den letzten Jahren und der immer frühere Ausbruch bei Kinder und Jugendlichen lässt auch den immensen volkswirtschaftlichen Schaden erkennen, der hier schon heute zu verzeichnen ist. Die unter dem Druck des demographischen Wandels stehende Schullandschaft darf gerade dieses wichtige Strukturproblem an Schulen nicht aus dem Augen lassen. Hierzu sagt die stellvertretende Vorsitzende des Bundeselternrates, Erika Takano- Forck: „Unsere Gesellschaft muss fit für die Zukunft gemacht werden! Dazu muss jetzt erkannt werden, dass es einer großen Anstrengung bedarf, die Schulen mit einem ganzheitlichem Bildungsansatz zukunftsfähig zu machen! Das Schulessen ist hier ein sehr wichtiger Baustein".

Die Resolutionen des Bundeselternrates zum Thema Ernährung und Bewegung, sowie zum Kooperationsgebot von Bund, Ländern und Kommunen finden Sie unter www.bundeselternrat.de .

Über den Bundeselternrat

Der Bundeselternrat ist die Dachorganisation der Landeselternvertretungen in Deutschland. Über seine Mitglieder vertritt er die Eltern von rd. 8 Millionen Kindern 

Der Vorstand des Bundeselternrates arbeitet ehrenamtlich.

Ihr Ansprechpartner ist: Michael Töpler (michael.toepler@bundeselternrat.de)

 

 

Gewaltprävention - PM vom 27.11.2014

Meldung vom 27.11.14

Gewaltprävention

Von: Michael Töpler

Bundeselternrat fordert verstärktes Engagement für Gewaltprävention

Resolution Umgang miteinander – Gewaltprävention

Herbstplenartagung 2014

Alle Formen von Gewalt, sowohl physisch als auch psychisch, beeinträchtigen das Aufwachsen unserer Kinder in erheblichem Maße. Familien, Kitas und Schulen sollen gewaltfreie Räume sein. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Lernen und eine gesunde Persönlichkeits-entwicklung. Gewalt entsteht unter anderem dort, wo Toleranz und Akzeptanz fehlen. Diese Grundwerte müssen vom Elternhaus bis zum Schulabschluss kontinuierlich vermittelt werden. Kitas und Schulen haben als Institutionen die besondere Aufgabe, für Schutz und Hilfen zu sorgen. Dabei ist respektvoller Umgang miteinander entscheidend. Dies stärkt das Selbstwertgefühl der Kinder und beugt Gewalttaten vor.

Gewaltprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dazu gehört auch die Betreuung und Unterstützung der Opfer von Gewalt.

Maßnahmen und Material zur Prävention und zum Konfliktmanagement sollen zielgruppenorientiert und barrierefrei aufbereitet sein, zum Beispiel in leichter Sprache, in Fremdsprachen, in Blindenschrift, abgestimmt auf nicht sprechende Menschen und anderes mehr. Für behinderte Kinder sind besondere Kenntnisse zum Erkennen eines Missbrauchs oder einer Gewalterfahrung erforderlich, je nach Art der Behinderung.

Gewalt an Schulen steht immer häufiger im Zusammenhang mit dem Missbrauch moderner Medien. Art und Qualität der Taten fallen unterschiedlich aus, keine Schulform ist ausgenommen. Gewaltpräventionsprogramme in Schulen erweisen sich als wirksame Instrumente, wenn sie frühzeitig und konsequent angewandt werden. Dabei wird die Sensibilität für Konflikte in allen Gruppen geschärft, damit die Schule ein Kompetenzort ist und kein Tatort wird.

Der Bundeselternrat fordert:

- Gewaltprävention muss in der Familie beginnen und verbindlich und kontinuierlich bis zum Schul- oder Berufsabschluss durchgeführt werden. Dies darf nicht nur in isolierten Projekten geschehen, sondern muss aufbauend erfolgen.

- Lehr- und Fachkräfte müssen in die Lage versetzt werden, bereits erste Anzeichen von Gewalt zu erkennen und dieser zeitnah und konsequent entgegenzuwirken.

Die besondere Gefährdung von behinderten Menschen muss in den Blick genommen werden.

- Eltern, Kinder, Lehrkräfte und Schulleitungen müssen altersgerechten Zugang zu Informationen, Hilfen und Angeboten zum Kompetenzerwerb erhalten. Dafür brauchen wir regionale Netzwerke.

- Als Grundlage der Gewaltprävention müssen Werte wie Toleranz und gegenseitige Achtung vermittelt werden. Alle Erwachsenen müssen hier Vorbild sein.

- Bewährte Präventionsmaßnahmen müssen dauerhaft und flächendeckend von Bund und Ländern finanziert und in allen Schulen verankert werden. Die Zusammenarbeit mit externen Fachleuten ist dabei ausdrücklich eingeschlossen.

- Schulen, Jugendämter und andere staatliche Institutionen müssen stärker kooperieren.

Schulsozialarbeit muss an allen Schulen präsent sein.

- Gewalterfahrungen belasten Menschen und Gesellschaft in hohem Maße. Damit wir weder Täter noch Opfer werden, müssen alle der Anwendung von Gewalt vorbeugen. Dies gelingt in einer Kultur der Anerkennung und Unterstützung, des Hinschauens und Handelns.

Potsdam, 23. November 2014

 

 

Vorstandswahlen - PM vom 27.11.2014

Von: Michael Töpler

Der Vorstand ist wieder komplett!

Foto: Alexander Baumbach

Neuwahl des Vorstands

Da auf der Frühjahrsplenartagung das Amt des Vorsitzenden nicht besetzt werden konnte, standen bei der Tagung erneut Wahlen für den Vorstand an. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Michael Töpler aus Nordrhein-Westfalen wurde zum Vorsitzenden gewählt, der dadurch freigewordene Posten des stellvertretenden Vorsitzenden wird künftig durch Wolfgang Pabel aus Niedersachsen bekleidet. Im Vordergrund des jetzt wieder komplettierten Vorstandes steht die inhaltliche Arbeit als Dachorganisation der Landeselternvertretungen.

 

Dazu sagten Michael Töpler und Wolfgang Pabel: „Gemeinsam mit unseren Partnern im Bildungssystem können wir viel bewegen. Gerade auf der Bundesebene müssen Eltern ihre Stimme im Interesse aller Kinder erheben. Im Zentrum der zukünftigen Arbeit steht dabei das Selbstverständnis der Eltern in der Zusammenarbeit mit der Schule und die grundlegende Frage nach der Qualität der Bildung im gesamten Schulsystem!“

 

Die drängende Klärung der offenen Frage einer verlässlichen Finanzierung als Grundlage für eine qualifizierte Weiterarbeit des Bundeselternrates wird vom Vorstand intensiv verfolgt. In der Diskussion um mögliche Finanzierungsvarianten sind zurzeit vielversprechende Ansätze erkennbar.

Oranienburg, den 26.11.2014