
Schüler-ID – ein politisches Desaster
Für eine moderne und gerechte Bildungslandschaft fordert der Bundeselternrat die Einführung einer bundesweit einheitlichen Schüler-ID. Diese Identifikationsnummer soll Schülerinnen und Schülern einen durchgängigen Zugang zu Bildungsangeboten und relevanten Verwaltungsdaten ermöglichen – vergleichbar mit bestehenden digitalen Systemen wie der elektronischen Patientenakte oder ELSTER.
Ein Schulwechsel über Ländergrenzen hinweg bedeutet für viele Familien derzeit einen faktischen Neustart: Systeme sind nicht kompatibel, Schülerdaten werden nicht übertragen, Nachteilsausgleiche müssen neu beantragt und Gutachten erneut erstellt werden. Das kostet Zeit, bindet Ressourcen und führt dazu, dass Kinder und Jugendliche – insbesondere mit Förderbedarf – über Wochen oder Monate nicht die Unterstützung erhalten, die ihnen zusteht.
„Es ist nicht vermittelbar, dass Kinder beim Schulwechsel bestehende Unterstützung verlieren, nur weil Systeme nicht miteinander kommunizieren. Eine bundeseinheitliche Schüler-ID ist längst überfällig“, fordert Anne-Karin Schaffrath, Fachausschussleitung Real- & Hauptschulen im Bundeselternrat.
Eine einheitliche Schüler-ID würde ermöglichen, Bildungsbiografien konsistent und länderübergreifend abzubilden – vom Schuleintritt bis zur beruflichen Ausbildung oder zum Studium. Förderbedarfe, Nachteilsausgleiche und relevante Entwicklungsinformationen könnten strukturiert hinterlegt und bei berechtigtem Zugriff verfügbar gemacht werden. Das reduziert bürokratische Hürden, vermeidet Doppelprüfungen und schafft mehr Verlässlichkeit für Familien, Schulen und Verwaltung.
Gleichzeitig ist klar: Eine solche Lösung muss höchsten Datenschutzanforderungen genügen. Dazu gehören klare Zugriffsregelungen, eine strikte Zweckbindung der Daten sowie transparente und sichere technische Standards.
Der Bundeselternrat betont: Eine bundeseinheitliche Schüler-ID ist ein zentraler Baustein für ein zukunftsfähiges Bildungssystem. Sie stärkt Mobilität, sichert Kontinuität in Bildungsprozessen und trägt dazu bei, echte Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler zu schaffen.
Der Bundeselternrat fordert Bund und Länder auf, die notwendigen rechtlichen und technischen Voraussetzungen zügig zu schaffen und gemeinsam umzusetzen.
Anne-Karin Schaffrath
Fachausschussleitung RHS
Bundeselternrat
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