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Bundeselternrat

Sexualisierte Gewalt gegen Kinder wirksam verhindern – Prävention muss endlich Priorität erhalten

Die aktuellen Zahlen des Bundeskriminalamtes zeichnen ein erschütterndes Bild:
Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche bleibt eine der größten
gesellschaftlichen Herausforderungen. Besonders besorgniserregend ist die
zunehmende Verlagerung der Straftaten in digitale Räume. Cybergrooming,
Sextortion, Livestreaming und der Missbrauch neuer Technologien eröffnen Täterinnen
und Tätern immer neue Möglichkeiten, Kinder und Jugendliche zu gefährden.


Im Jahr 2025 wurden bundesweit 20.051 minderjährige Opfer sexuellen Missbrauchs
registriert. Besonders alarmierend ist der Anstieg der Missbrauchshandlungen ohne
Körperkontakt um 16,5 Prozent. Auch Straftaten im Zusammenhang mit
jugendpornografischen Inhalten erreichten einen neuen Höchststand.


Für den Bundeselternrat sind diese Zahlen ein unmissverständliches Warnsignal.
Kinderschutz darf nicht erst beginnen, wenn Straftaten bereits geschehen sind.
Prävention muss fester Bestandteil von Bildung, Erziehung und Familienunterstützung
sein.


Kinder und Jugendliche bewegen sich selbstverständlich in digitalen Lebenswelten.
Deshalb müssen sie frühzeitig lernen, Risiken zu erkennen und sich Hilfe zu holen.
Gleichzeitig brauchen Eltern verlässliche Unterstützung, Schulen verbindliche
Schutzkonzepte, qualifiziertes Personal und ausreichend Zeit, um Prävention und
Medienbildung nachhaltig zu verankern.


Der Bundeselternrat fordert Bund, Länder und Kommunen auf,

  • Schutz- und Präventionskonzepte gegen sexualisierte Gewalt verbindlich an
    allen Schulen zu verankern,
  • Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte regelmäßig fortzubilden,
  • Medienbildung verbindlich und altersgerecht auszubauen,
  • Beratungs- und Unterstützungsangebote für Familien flächendeckend
    bereitzustellen sowie
  • Präventions- und Opferschutzangebote dauerhaft und verlässlich zu finanzieren.

„Kinder und Jugendliche haben ein Recht darauf, sicher aufzuwachsen –
analog wie digital. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Prävention nicht länger
nachrangig behandelt werden darf. Eltern, Schulen und Politik tragen
gemeinsam Verantwortung. Dafür braucht es verbindliche Strukturen, starke
Medienbildung und niedrigschwellige Unterstützungsangebote für Familien.
Kinderschutz beginnt nicht mit der Strafverfolgung – er beginnt lange davor.“
erklärt Eileen Schulz, Stellvertretende Vorsitzende des Bundeselternrats
.

Der Bundeselternrat erwartet, dass die Politik den aktuellen Zahlen nicht länger mit
der Routine begegnet, die alarmierende Entwicklungen allzu oft erfahren. Bei
sexualisierter Gewalt gegen Kinder darf es kein Abwarten, kein Vertagen und kein
Verweisen auf künftige Maßnahmen geben.


Hinter jeder Zahl steht ein Kind. Ein Kind, dessen Vertrauen missbraucht, dessen
Unversehrtheit verletzt und dessen Leben dauerhaft verändert wurde. Ausbleibende
oder unzureichende politische Entscheidungen sind in diesem Zusammenhang keine
abstrakten Versäumnisse – sie bedeuten fehlenden Schutz für Kinder.


Kinderschutz ist keine politische Option und kein Projekt für bessere Haushaltslagen.
Er ist eine staatliche Verpflichtung. Prävention, Aufklärung, Medienbildung und
wirksame Schutzkonzepte müssen verbindlich, flächendeckend und dauerhaft
umgesetzt werden.


Kinder haben keine Zeit, auf die nächste Reform, die nächste Arbeitsgruppe
oder den nächsten Haushalt zu warten. Jede verzögerte Entscheidung kann
bedeuten, dass weitere Kinder Opfer werden. Dafür trägt die Politik
Verantwortung.

Kontakt 

Aline Sommer-Noack  

Bundeselternrat (BER) 

Kontakt: info@bundeselternrat.de