Leitbild

Seit über 70 Jahren engagiert sich der Bundeselternrat über Ländergrenzen hinweg für die Mitbestimmung der Eltern in der Schule und damit für bessere Bildung. Das Leitbild basiert also auf jahrzehntelanger Erfahrung. Es dokumentiert das Selbstverständnis des Bundeselternrats, die Ziele und den Inhalt der Arbeit. Damit schafft es die Grundlage, künftige Herausforderungen zu meistern. An diesem Leitbild haben die Mitglieder mitgewirkt. Es ist ein Spiegel der Vielfalt und der Wertschätzung innerhalb der Arbeitsgemeinschaft.

Grundausrichtung und Handlungsfelder

Bundesweit. Für beste Bildung.

Der Bundeselternrat ist als freiwillige Arbeitsgemeinschaft der Landeselternvertretungen das Sprachrohr der Eltern auf Bundesebene. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern und Kooperationspartnern setzt er sich für bessere Bildung in Deutschland ein.

Unabhängig. Nur Eltern und Kindern verpflichtet.

Der Bundeselternrat ist schulformunabhängig, überparteilich, überkonfessionell und nicht an Aufträge oder Weisungen gebunden. Er unterstützt die Elternvertreter bei der Wahrnehmung ihrer schulischen Mitwirkungsrechte und vernetzt sie auf Bundesebene. Er setzt sich dafür ein, dass Väter und Mütter kontinuierlich an der Entwicklung der Schule beteiligt werden.

Partizipation. Elternmitbestimmung.

Nur wenn Schulen gemeinsam mit Schülern und Eltern weiterentwickelt werden, werden sie zu guten Schulen. Der Bundeselternratsetzt sich deshalb für eine Schule ein, in der demokratische Beteiligung praktiziert wird.

Kooperation. Partner.

Tradition und Innovation gehören zum Selbstverständnis des Bundeselternrats. Er ist offen für Impulse aus Gesellschaft und Wissenschaft und sucht den Erfahrungsaustausch und die Zusammenarbeit mit anderen, ohne dabei seine eigenen Ziele aus den Augen zu verlieren. Die Mitglieder des Bundeselternrats legen großen Wert auf partnerschaftliche Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb der Arbeitsgemeinschaft. Der Bundeselternrat beteiligt sich am Aufbau von Arbeitskreisen, Netzwerken und Verbünden. Er pflegt den Kontakt zu Verbänden und Institutionen und ist als Mitglied der European Parents’ Association mit anderen Elternvertretungen in Europa vernetzt.

Bildungsgerechtigkeit. Individualität.

Jedes Kind, gleich welcher Herkunft und mit welchem Hintergrund, hat das Recht auf gleiche Chancen und damit das Recht auf bestmögliche Bildung. Für die Durchsetzung dieses Rechts setzt sich der Bundeselternrat ein. Individueller, auf das einzelne Kind zugeschnittener Unterricht ist die Grundlage für Bildungsgerechtigkeit und erfolgreiches Lernen. Deshalb fordert der Bundeselternrat, alle Lehrerinnen und Lehrer so aus- und fortzubilden, dass sie Kinder individuell fördern können.

Bildungsstandards. Für Chancengerechtigkeit.

Der Bundeselternrat fordert die Einführung länderübergreifend einheitlicher Bildungsstandards. Die Bewertung von Schülerleistungen nach einheitlichen Maßstäben liefert objektive Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit der einzelnen Schule und ist die Voraussetzung, Schule und Unterricht stetig zu verbessern.

Ausbildung. Fortbildung.

Nur gut ausgebildete Menschen sollen in deutschen Schulen arbeiten. Der Bundeselternrat fordert eine länderübergreifend einheitliche Ausbildung und regelmäßige Fortbildung für alle an der Schule Beschäftigten (Lehrerinnen und Lehrer, Schulleiterinnen und Schulleiter, Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, Erzieherinnen und Erzieher, Sekretärinnen und Sekretäre etc.), damit diese den sich ständig wandelnden Anforderungen gewachsen sind.

Föderalismus. Negative Folgen überwinden.

Der Bundeselternrat setzt sich für länderübergreifend einheitliche Rahmenbedingungen im Bildungswesen ein. Die negativen Auswirkungen des Bildungsföderalismus müssen überwunden werden, damit Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland die gleichen Chancen auf einen Studienplatz und/oder eine Berufsausbildung haben. Der Wechsel an eine Schule in einem anderen Bundesland muss reibungslos möglich sein.

Organisation und Arbeitsweise

Vielfältig. Demokratisch.

Der Bundeselternrat ist die Arbeitsgemeinschaft der Landeselternvertretungen der Bundesländer. Diese Struktur garantiert ein vielfältiges und demokratisches Innenleben und führt zu einem hohen Maß an Souveränität und Eigenverantwortung. Gleichzeitig stellt diese Art der Organisation eine Herausforderung im Entscheidungsfindungsprozess dar, die der Bundeselternrat gerne annimmt.

Meinungsvielfalt. Gleichberechtigung.

Kein Kind ist wie das andere, die Bedürfnisse aller Kinder sind verschieden. Der Bundeselternrat spiegelt diese Meinungsvielfalt wider und setzt sich für die Belange von Kindern und Eltern ein. In Diskussionen strebt der Bundeselternrat einvernehmliche Entscheidungen an. Bei aller Meinungsvielfaltgehen die Mitglieder wertschätzend miteinander um.

Viele Mitglieder. Eine Stimme.

Der Bundeselternrat ist die größte Interessenvertretung von Eltern in Deutschland. Er tritt nach außen mit einer Stimme und mit einer Meinung auf.

Transparenz. Kommunikation.

Die Mitglieder des Bundeselternrats schaffen Vertrauen durch transparente Entscheidungsprozesse. Dabei halten sie Gegensätze aus und berücksichtigen Interessensunterschiede. Eine besondere Qualität der ehrenamtlichen Arbeit des Bundeselternrats liegt darin, das Zusammenwirken der Arbeitsbereiche und Ebenen sicherzustellen und dies nach innen und außensichtbar zu machen.

Verantwortung. Führung.

Der Vorstand und die weiteren Führungskräfte des Bundeselternrats sind sich ihrer Verantwortung für ein kollegiales Miteinander bewusst und pflegen einen kooperativen Führungsstil. Sie sorgen für rechtzeitige und umfassende Information und schaffen Raum für selbstständiges, eigenverantwortliches Handeln.

Innovation. Veränderung.

Der Bundeselternrat ist offen für Veränderungen innerhalb der Arbeitsgemeinschaft. Dabei wird das Gleichgewicht zwischen Idealvorstellungen und dem tatsächlich Machbaren gehalten.

Handlungsrahmen. Fortschreibung.

Dieses Leitbild haben die Delegierten zwischen Juli 2008 und November 2009 in zwei Plenartagungen und mehreren Arbeitsgruppensitzungen unter Berücksichtigung des Inputs aus den Mitgliedsorganisationen erarbeitet. Es ist ein verbindlicher Handlungsrahmen für alle Mitglieder des Bundeselternrats. Die Mitglieder sind verantwortlich für eine ständige Überprüfung dieses Rahmens. Die Konkretisierung einzelner Passagen durch die Dokumentation der kontinuierlichen Arbeit ist ausdrücklich erwünscht.