BER-News Nr. 23
Januar 2010
Wer heute in Deutschland ein Kind bekommt, wählt seinen Wohnort tunlichst mit Bedacht. Jedes Bundesland organisiert die Schule anders, und es sieht nicht so aus, als solle sich das in absehbarer Zeit ändern. Der KMK-Präsident 2010, der bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, meinte kürzlich, der Wettbewerb zwischen den Bundesländern könne der Bildung nur gut tun. Na dann los!
Mit den besten Wünschen für 2010 grüßt
Ursula Walther
Inhalt:
- Schlusslichter: Länder ohne Mitbestimmung
- Schwierige Entscheidung: der Übertritt
- Korrigiert: die falsche Schule
- Girls’ Day: Tipps für Eltern
- Termin
Schlusslichter: Länder ohne Mitbestimmung
Demokratie ist etwas für Mutige. Wer sie zulässt, riskiert unliebsame Beschlüsse. Den Schulpolitikern in zwei Bundesländern fehlt dieser Mut. In 14 Ländern wählen die Eltern ihre Vertreter für Kreis, Bezirk und Land. In Bayern und Nordrhein-Westfalen endet die Elternmitbestimmung am Rand des Schulhofs. Der Düsseldorfer Landtag hat vor wenigen Tagen über einen Landeselternrat diskutiert. In Bayern will das Forum Bildungspolitik demnächst eine Petition für einen Landeselternrat einreichen. Man darf gespannt sein, welches Land den Wettbewerb für mehr Demokratie in der Schule gewinnt.
Schwierige Entscheidung: der Übertritt
Es steht 50 zu 50. Die Hälfte der Bundesländer überlässt den Eltern die Wahl der weiterführenden Schule, die andere Hälfte verlangt einen bestimmten Notendurchschnitt. Die Himmelsrichtung spielt dabei offenbar eine größere Rolle als die politische, denn im Süden und Osten zählen Noten, im Norden und Westen der Elternwille. Drei Länder planen Neues: In Hamburg fällt die Elternentscheidung zusammen mit der vierjährigen Grundschule weg, Niedersachsen will sie einschränken, das Saarland gibt den Elternwillen frei. Eine Übersicht über die Regelung in den einzelnen Ländern finden Sie hier.
Korrigiert: die falsche Schule
Der Glaube, ein Kind könne sich an der falschen Schulart befinden, bestimmt die deutsche Bildungspolitik. Welches die richtige Schule ist, ist schwer zu sagen. Studien errechnen Fehlerquoten zwischen 30 und 50 Prozent bei der Übertrittsentscheidung. Eltern und Schule schneiden dabei gleich schlecht ab. Die Elternentscheidung wird nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Probezeit gegebenenfalls durch Querversetzung oder Klassenwiederholung korrigiert. Scheitert das Kind trotz guter Übertrittsnoten, fällt das nicht auf die Schule zurück. Falsche Entscheidungen müssen immer Eltern und Kinder ausbaden, auch wenn sie sie nicht selbst getroffen haben.
Girls’ Day: Tipps für Eltern
Eltern können nerven, wer wüsste das nicht. Ihre Tipps für die Berufswahl aber sind willkommen. Die Internetseite für den Girls’ Day, den Mädchen-Zukunftstag am 22. April, hat deswegen eine eigene Rubrik „Eltern und Berufsorientierung“. Hier gibt es Hintergrundinformationen und Tipps speziell für Väter und Mütter. Interviews vermitteln Erfahrungen aus erster Hand. Ein Wiki enthält Einträge von Expertinnen und Experten aus Berufsberatung, Schule und Forschung. Elternbeiträge für das Wiki sind willkommen. Mehr über den Mädchen-Zukunftstag finden Sie unter www.girls-day.de.
Termin
16.-20. März 2010, Köln: Bildungsmesse didacta
Den Bundeselternrat finden Sie in Halle 09.1, am Stand E 039.
Redaktion:
Ursula Walther
ursula.walther(at)bundeselternrat.de
Verantwortlich:
Bundeselternrat
Geschäftsstelle
Bernauer Straße 100
16515 Oranienburg
www.bundeselternrat.de
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