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BER-News Nr. 2
August 2005

Herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe der BER-NEWS!
Noch haben die Schülerinnen und Schüler in Bayern frei, da hat das neue Schuljahr in vielen Ländern schon wieder angefangen. Dies ist nur ein –vielleicht sogar sinnvoller –Unterschied in der Bildungspolitik zwischen den Bundesländern.

In dieser Ausgabe der BER-NEWS geht es um ganz andere Unterschiede zwischen den Ländern: Die Unterschiede, die aus der Erweiterungsstudie zu PISA 2003 ersichtlich werden. Dazu geben wir Ihnen Hintergrundinformationen über Studien zu den unterschiedlichen Lebensverhältnissen in der Bundesrepublik und über die Kosten für Schüler an öffentlichen Schulen. Auf die unterschiedliche Umsetzung der Rechtschreibreform gehen wir nicht weiter ein –nur soviel: die Länder Bayern und Nordrhein-Westfalen haben durch ihr Ausbrechen aus der Beschlusslage der Kultusministerkonferenz mehr als deutlich gemacht, wie dringend der Föderalismus in der Bildungspolitik überwunden werden muss.

Mit sommerlichen Grüßen
Wilfried Steinert - Vorsitzender des Bundeselternrats

PISA 2003: ZENTRALE ERGEBNISSE LÄNDERVERGLEICHS
Auf einer Pressekonferenz in Berlin wurden am 14. Juli die zentralen Ergebnisse des Ländervergleichs der PISA-Studie 2003 bekannt gegeben. Diese Zusammenfassung der Ergebnisse wurde früher veröffentlicht als ursprünglich geplant, um damit nicht in den Bundestagswahlkampf zu geraten. Die vollständigen Ergebnisse werden im Rahmen einer Fachtagung der Kultusministerkonferenz (KMK) am 3. November vorgestellt.

Seit der Pressekonferenz haben nationale und regionale Medien –meist sehr positiv – über die zentralen Ergebnisse berichtet. Deshalb sollen hier nur einige Punkte herausgegriffen und Hinweise auf weiterführende Quellen gegeben werden. Vorab jedoch einige Beobachtungen zu den Reaktionen der Kultusminister. Die Kultusminister und die KMK Die Mehrheit der Kultusminister nahm an der Pressekonferenz teil, allerdings ergriffen nur wenige das Wort. Die Fragen der Journalisten beantworteten vor allem Doris Ahnen (SPD, Rheinland-Pfalz), Annette Schavan (CDU, Baden-Württemberg) und die Präsidentin der KMK, Johanna Wanka (CDU, Brandenburg). Sowohl in der schriftlichen Stellungnahme der KMK als auch in ihren Antworten auf die Journalistenfragen zeigten sich die Kultusminister mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Sie sind überzeugt, seit PISA 2000 auf dem richtigen Weg zur Verbesserung des Bildungswesens zu sein und gehen davon aus, dass es einfach Zeit brauche (die Rede war von zehn Jahren), das Umsteuern zu vollenden. Von kurzfristigen Kurskorrekturen rieten sie ab und verwiesen auf die sieben Handlungsfelder, auf die sich die KMK im Dezember 2001 geeinigt hatte. Diese Handlungsfelder sind: 1. Die Verbesserung der Sprachkompetenz bereits im vorschulischen Bereich. 2. Die bessere Verzahnung von vorschulischem Bereich und Grundschule mit dem Ziel einer frühen Einschulung. 3. Die Verbesserung der Grundschulbildung und durchgängige Verbesserung der Lesekompetenz und des grundlegenden Verständnisses mathematischer und naturwissenschaftlicher Zusammenhänge. 4. Die Förderung bildungsbenachteiligter Kinder, insbesondere der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. 5. Die konsequente Weiterentwicklung und Sicherung der Qualität von Unterricht und Schule auf der Grundlage von verbindlichen Standards sowie ergebnisorientierte Evaluation. 6. Die Verbesserung der Professionalität der Lehrertätigkeit, insbesondere im Hinblick auf diagnostische und methodische Kompetenz als Bestandteil systematischer Schulentwicklung. 7. Der Ausbau von schulischen und außerschulischen Ganztagsangeboten mit dem Ziel erweiterter Bildungsund Fördermöglichkeiten, insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit Bildungsdefiziten und besonderen Begabungen. Eine ausführliche Erklärung der Handlungsfelder finden Sie im Internet unter www.kmk.org/schul/home.htm?leistung Nach der Vorstellung der Länderergebnisse wollten die Journalisten wissen, welche Maßnahmen zu den Verbesserungen geführt hätten. Da nur gut ein Jahr zwischen den ersten Maßnahmen nach PISA 2000 und der Datenerhebung für PISA 2003 lag, ist es unBER- NEWS-2, August 2005 3 wahrscheinlich, dass die Maßnahmen schon gewirkt haben. Zwei Erklärungen wurden angeboten: Erstens ein allgemeiner Mentalitätswandel in den Schulen und bei den Eltern über den Stellenwert von Bildung und hinsichtlich der Leistungsbereitschaft in der Schule. Zweitens wurden die Maßnahmen benannt, die nach Deutschlands schlechtem Abschneiden bei TIMSS (Third International Mathematics and Science Study) im Jahr 1997 eingeführt wurden. Schwerpunkt war die Verbesserung des mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts dessen wichtigster Bestandteil das SINUSProgramm der Bund-Länder-Kommission war. Trotz allgemeiner Zufriedenheit stellte sich die Frage: Wie geht es weiter? Als zentrale Herausforderung wurden die Verbesserung der Lesekompetenz und der Abbau der engen Kopplung zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzniveau angesehen. Für beides ist eine bessere Förderung notwendig, sowohl vor und in der Grundschule als auch im Rahmen von Ganztagsschulen. Die zentralen Ergebnisse PISA 2003 untersuchte die Kompetenzen von fünfzehnjährigen Schülerinnen und Schülern im Schwerpunkt Mathematik, in den Naturwissenschaften und im Lesen. Hinzu kam die fächerübergreifende Problemlösekompetenz. Wird Deutschland als Ganzes betrachtet, ist ein leichter Anstieg des Kompetenzdurchschnitts der Schülerinnen und Schüler im Jahr 2003 gegenüber dem Jahr 2000 zu beobachten. In einigen Ländern ist eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen, und nur noch wenige Länder liegen bei der durchschnittlichen mathematischen und naturwissenschaftlichen Kompetenz unterhalb des OECD-Durchschnitts. Nur im Bereich der Lesekompetenz liegt die Mehrheit der Länder unter dem OECD-Durchschnitt. Trotz der Verbesserung haben sich die Kompetenzunterschiede zwischen den Ländern insgesamt nicht entscheidend verringert. Weiterhin Anlass zur Sorge geben die immer noch zu große Risikogruppe (Schüler auf dem niedrigsten Kompetenzniveau) sowie der starke Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Kompetenzniveau, wobei auch hier Unterschiede zwischen den Ländern zu beobachten sind.

Vergleich von PISA 2000 mit PISA 2003
Da bei PISA 2000 der Schwerpunkt auf der Lesekompetenz lag, wurden nicht –wie bei PISA 2003 - alle vier Teilbereiche der mathematischen Kompetenz abgefragt. Deshalb können nur die beiden Teilbereiche „Veränderung und Beziehungen“ und „Raum und Form“ zum Vergleich herangezogen werden, und auch nur für vierzehn Bundesländer, denn Hamburg und Berlin hatten am Ländervergleich zu PISA 2000 nicht teilgenommen. In diesen Teilbereichen sind teilweise erhebliche Verbesserungen eingetreten. Bei „Veränderung und Beziehungen“ haben sich zehn Bundesländer signifikant verbessert, bei „Raum und Form“waren es acht. Vor allem vier ostdeutsche Länder (Sachsen- Anhalt, Sachsen, Thüringen und Brandenburg) und Bremen haben ihre Mittelwerte in diesen beiden Teilbereichen erhöht, um 19 bis zu 48 Punkte. Da die meisten Länder Verbesserungen verzeichnen konnten, hat sich an der relativen Position wenig geändert. Der Unterschied zwischen Bayern und Bremen zum Beispiel bleibt, er befindet sich nur auf einem etwas höheren Niveau als bei PISA 2000. Die Veränderung bei der Lesekompetenz ist enttäuschend. Nur die fünf eben erwähnten Bundesländer haben sich signifikant verbessert, die Veränderung bei den anderen LänBER- NEWS-2, August 2005 4 dern ist zu klein, als dass sie nicht auch zufallsbedingt sein könnte. Soziale Herkunft und Kompetenz Wie schon öfter berichtet ist die Kopplung zwischen sozialer Herkunft und (in diesem Fall) mathematischer Kompetenz in Deutschland erheblich höher als in anderen Ländern. Die OECD erfasst die soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler mit dem ESCSIndex, der den ökonomischen, sozialen und kulturellen Status beschreibt. Über ein Fünftel (22,8 Prozent) des Unterschieds ihrer mathematischen Kompetenz wird bei deutschen Schülern und Schülerinnen durch die Herkunft erklärt. Zwischen den einzelnen Bundesländern zeigen sich allerdings erhebliche Unterschiede. Einige Länder weisen eine relativ schwache Kopplung zwischen sozialer Herkunft und mathematischer Kompetenz auf (bei Brandenburg, Bayern, Thüringen und Sachsen beträgt die Varianzaufklärung 14 bis 15 Prozent), andere Länder (Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein- Westfalen und Bremen) eine relativ starke (23 bis 26 Prozent). Interessant ist, dass in beiden Gruppen Länder mit sehr hohem und sehr niedrigem Kompetenzniveau zu finden sind. Die ausführliche Auswertung des Zusammenhangs zwischen mathematischer Kompetenz und sozioökonomischer und kultureller Lage des Elternhauses –einschließlich Migrationshintergrund –wird im November veröffentlicht. Erst dann lässt sich ernsthaft darüber diskutieren, ob die sehr unterschiedlichen Ausgangsbedingungen in den einzelnen Ländern die unterschiedlichen Leistungen erklären können. Zur Information vorab soll ein Papier der Essener Bildungsforscher Klaus Klemm und Rainer Block dienen, die anhand amtlicher Statistiken und Daten aus PISA 2000 die unterschiedlichen Lebensverhältnisse in den Ländern beschreiben.

AUSGABEN FÜR ÖFFENTLICHE SCHULEN JE SCHÜLER
Durchschnittlich kostete im Jahre 2001 ein Schüler in Deutschland 4500 Euro; in Brandenburg gab man nur 3800 Euro aus, in Hamburg mit 6300 Euro am meisten.

ARBEITSLOSENGELD II UND BILDUNGSBETEILIGUNG
Im Zuge der umfassenden Arbeitsmarktreformen sind falsche oder irreführende Informationen darüber, welche Leistungen den Empfängern von Arbeitslosengeld II (ALG II) und ihren schulpflichtigen Kindern zustehen, im Umlauf. In Nordrhein-Westfalen wurde die Streichung des Zuschusses für Klassenfahrten befürchtet, und es gibt Berichte, dass ALG II Empfänger die Schulbücher selber bezahlen müssen. Zu den Klassenfahrten: Im Sozialgesetzbuch II (SGB II) § 23, Abs. 3 heißt es: „Leistungen für … mehrtägige Klassenfahrten im Rahmen der schulrechtlichen Bestimmungen sind nicht von der Regelleistung erfasst. Sie werden gesondert erbracht.“Im Klartext heißt das: Die örtlichen Agenturen für Arbeit müssen die Kosten für mehrtägige Klassenfahrten der Kinder von ALG-II-Empfängern übernehmen. Der gleiche Text steht im BER-NEWS-2, August 2005 5 Sozialgesetzbuch XII §31, das für Sozialhilfeempfänger gilt. Sie müssen sich ans Sozialamt wenden. 

Die Frage der Schulbücher ist nicht so eindeutig zu beantworten. Die Höhe der Zuzahlung bzw. Leihgebühr ist in den Ländern unterschiedlich geregelt. Es wird von den ALG-II-Empfängern erwartet, dass sie Rücklagen für gewisse Anschaffungen – darunter auch Schulbücher –bilden. Leider wissen wir zurzeit nicht, ob alle Bundesländer tatsächlich darauf bestehen, oder ob sie die Kinder der ALG-II-Empfänger vom Büchergeld befreien. Wir werden das Thema weiterhin beobachten und bitten Sie um Informationen aus Ihrem Land für einen zusammenfassenden Bericht.

AUFRUF DER AKTION BILDUNGSLÜCKENFÜLLER
Liebe Leser der BER-NEWS, diesen Brief veröffentlichen wir, damit Sie vielleicht Schulleitungen oder Schulkonferenzen unterstützen können, die bis jetzt noch nicht den Mut hatten, die baulichen Zustände an ihrer Schule auch einmal öffentlich zu machen –nur so kann Veränderung geschehen! Den deutschen Schulen geht es sehr, sehr gut! - Wirklich? Die Aktion Bildungslückenfüller steht in Kontakt mit Stern TV. Die Kollegen vom Fernsehen möchten über nicht zumutbare sanitäre Anlagen, renovierungsbedürftige Klassen und Schulen, veraltete Bücher, fehlende Unterrichtsmaterialien etc. berichten. Dafür sucht Stern TV Schulen die dies öffentlich machen möchten. Wir brauchen die Öffentlichkeit, damit diese Zustände sich ändern. Stern TV garantiert Anonymität. Bitte melden Sie sich bis spätestens 07. September 2005 unter Bildungslückenfüller 030- 84370826

WIE DIE STUDIENANFÄNGERQUOTE ERHÖHT WIRD
Trotz eines Anstiegs von fast zehn Prozent seit 1998 liegt die Studienanfängerquote in Deutschland immer noch deutlich unter dem OECD-Durchschnitt. Eine ausreichende finanzielle Förderung Studierender ist ein Weg, diese Quote zu erhöhen, ein zweiter ist es, mehr junge Menschen für ein Studium zu interessieren. Hier berichten wir über den BER-NEWS-2, August 2005 6 Anstieg der Zahl der BAföG-Empfänger und über ein neues Programm, das mehr Jugendliche in die Hochschulen bringen soll. Immer mehr BAföG-Empfänger Im Juli veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) im Jahr 2004. Insgesamt wurden rund 810 000 Personen (gut 312 000 Schüler und Schülerinnen sowie 497 000 Studierende) gefördert und damit rund 33 000 oder vier Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der geförderten Studierenden stieg um rund 16 000 (+ 3%), die der geförderten Schüler und Schülerinnen um 17 000 (+ 6%). Damit wurde rund ein Viertel der Studierenden durch Bafög gefördert. Seit 1998 ist die Zahl der Bafög- Geförderten von 529 000 um über 50 Prozent auf 810 000 gestiegen. 49 Prozent der Bafög-Empfänger erhielten Vollförderung, also den maximalen Förderbetrag. Seine Höhe hängt ab von der Ausbildungsstätte (etwa Berufsfachschule oder Hochschule) und der Unterbringung (bei den Eltern oder auswärts). 51 Prozent der Bafög-Empfänger erhielten Teilförderung, die geleistet wird, wenn das Einkommen der Geförderten oder ihrer Eltern bestimmte Grenzen übersteigt. Im Durchschnitt erhielten Schülerinnen und Schüler 303 Euro und Studierende 371 Euro im Monat. Der durchschnittliche Förderbetrag je Person und Monat ist damit seit 2003 nahezu gleich geblieben. Es bleibt abzuwarten, wie die Einführung von Studiengebühren die Zahl der Studierenden aus einkommensschwachen Elternhäusern beeinflussen wird. Weitere Informationen zum BAföG finden Sie unter www.das-neue-bafoeg.de . Netzwerk „Wege ins Studium“ Der Bundeselternrat gehört zu den Gründungsmitgliedern des Netzwerks „Wege ins Studium“. Ziel der am 20. Juni 2005 unterschriebenen Vereinbarung ist es, Studienhemmnisse wie Vorurteile und Informationsdefizite abzubauen und dadurch die Studienneigung junger Menschen zu erhöhen. Informations- und Beratungsangebote für Jugendliche, Eltern, Lehrkräfte und Berufsberater werden im Internet, auf Messen und Fachtagungen und durch Netzwerkpartner auf regionaler Ebene bereitgestellt. Neben dem BER gehören die Bundesagentur für Arbeit, das Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Deutsche Gewerkschaftsbund, das Deutsche Studentenwerk und die Hochschulrektorenkonferenz zum Netzwerk. Dass das Angebot des Netzwerks so notwendig wie sinnvoll ist, belegt ein Bericht der Bund-Länder-Kommission mit dem Titel „Kooperative Strukturen an der Schnittstelle Schule/Hochschule“. Er beruht auf einer Umfrage bei Bund, Ländern und der Bundesagentur für Arbeit und listet zahlreiche hervorragend funktionierende Beratungangebote auf (z.B. Hochschulinformationstage, Schnupperstudium, Schülerlabor, Wettbewerbe und Schüler/innenstudium für besonders Begabte). Der Bericht macht aber auch Defizite deutlich und schlägt Verbesserungen vor. So empfiehlt die BLK u. a. - die schulinterne Beratung und die Vorbereitung auf Studium und Beruf so zu gestalten, dass sie den aktuellen Anforderungen entsprechen. Wichtig ist beispielsweise eine fundierte Beratung über die gestufte Studienstruktur und über das neuen Auswahlrecht der Hochschulen, gegebenenfalls verbunden mit der Vorbereitung auf hochschulinterne Auswahlgespräche; - eine Verbesserung des Wissens von Lehrern und Lehrerinnen über die Berufs- und Arbeitswelt und ihre Anforderungen sowie über die aktuelle Entwicklung an den Hochschulen, z. B. Angebote in der Lehrerfortbildung und der Lehrerbildung; - mehr Vor- und Brückenkurse einzurichten. Dies sind spezielle Angebote der BER-NEWS-2, August 2005 7 Hochschulen, mit denen Schülerinnen und Schüler noch Beginn des Studiums bzw. direkt danach Qualifikationsdefizite ausgleichen können, etwa in Mathematik oder in den Naturwissenschaften. Solche Kurse tragen zugleich zur Straffung des gesamten Studienverlaufs bei, da unterschiedliche Leistungsstufen ausgeglichen werden können.

UND WAS WIRD AUS DENHAUPTSCHULABSOLVENTEN?
Immer wieder kommen Arbeitgeber zu Wort, die sich über die schlechte Rechtschreibung, das schlechte Rechnen und das unangepasste Verhalten der Ausbildungsplatzbewerber beschweren. Eine Umfrage unter 250 deutschen Unternehmen versuchte, diese und ähnliche Behauptungen zu klären. Befragt wurden Großunternehmen und kleine und mittelständische Betriebe. Der erschreckende Befund: Hauptschüler haben schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt, und ohne Schulabschluss läuft gar nichts. Nur drei Prozent der befragten Unternehmen stellen Auszubildende ohne Schulabschluss ein, und sogar in den handwerklichen Berufen –traditionelles Einsatzfeld für Hauptschulabsolventen –bevorzugen immer mehr Firmen Realschulabsolventen und Abiturienten. Über die Qualität des Schulabschlusses sind sich die meisten Ausbilder einig: 83 Prozent meinen, dass die Leistung in Deutsch und Mathematik in den letzten zehn Jahren schlechter geworden sei - und das auf einem Arbeitsmarkt, der immer höhere Anforderungen an die Arbeitnehmer stellt.

TERMINE UND INFOS
Klausurtagung des Hauptausschusses des BER 23.-25. September 2005 in Potsdam (am Freitagabend Teilnahme an dem Event der Initiative „Länger gemeinsam lernen“,siehe BER-NEWS-1)
Herbstplenartagung des Bundeselternrats 11.-13. November 2005 in Bad Hersfeld, zusammen mit der Bundesschülerkonferenz zum Thema „Demokratie lernen und leben - die Schule der Zukunft gemeinsam gestalten“. Als Referenten haben Professor Dr. Wolfgang Edelstein, emeritierter Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, und Reiner Prölß, Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe (AGJ) bereits zugesagt.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) führt am 2. und 3. September in Berlin einen Ganztagsschulkongress zum Thema „Individuelle Förderung - Bildungschancen für alle“ durch. Es werden sechs verschiedene Foren angeboten.

IMPRESSUM
Die BER-NEWS werden vom Bundeselternrat herausgegeben.
Vorsitzender: Wilfried W. Steinert
Verantwortliche Redakteurin: Dr. Katherine Bird

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