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BER-News Nr. 14
April/2007

...wir haben gesucht, gefragt, gesucht, gefragt, gesucht, gefragt, gesucht, gefragt, gesucht, gefragt, gesucht, gefragt, gesucht, gefragt >>> wieder gesucht und wieder gefragt ob jemand die BER-News 14 hat - bisher ohne Erfolg...

Kurt Neumann, unser alter BER-Verdienter hat ihn gehabt und uns zugesendet, darum gibt es hier auch was zu lesen...

Danke sehr Kurt

 

Liebe Eltern,

liebe interessierte Leserinnen und Leser

die BER-NEWS informieren Sie über Tagungen, Entwicklungen und Ereignisse aus Sicht des Bundeselternrates.

Die Arbeit des Vorstandes, der Fachausschüsse und vieler Mitglieder des BER konzentrierte sich in den Aprilwochen auf die vom 13. bis 15. April stattgefundene EPA-Tagung (European Parents Association) und die gemeinsame Ausschusstagung Gymnasium, Sonderschule und Berufsbildende Schulen, die schon eine Woche später vom 20. bis 22. April in Tabarz zum Thema: „Die Erwartungen an eine anschlussfähige ganzheitliche Bildung im Blick auf Berufsbildung, Hochschule und Teilhabe an der Gesellschaft“ folgte. Informationen dazu finden Sie ebenso im Newsletter wie auch zu anderen Terminen, die Mitglieder des BER im Auftrage selbigen wahrgenommen haben.

Noch wenige Wochen bleiben uns gemeinsam zur Vorbereitung der Frühjahrsplenartagung vom 15. –17. Juni in Soest. Die Hauptausschusssitzung am 5. Mai in Hannover wird diese Tagung unmittelbar vorbereiten. Ein wichtiger Punkt wird die erste Nennung von Kandidaturen  für den Vorstand sein.

Sie finden im neuen Newsletter die nochmalige Bitte zur Beantwortung von Fragen zum Thema Hauptschule. In Medien und schulpolitischen Gremien wird in vielen Bundesländern darüber diskutiert oder Entscheidungen vorbereitet. Vielen Dank für die bisherigen Zuarbeiten.

Die Resonanz auf den UNO-Bildungsbericht hat uns in der bisherigen Arbeit im Bundeselternrat und in den Landeselternvertretungen inhaltlich bestätigt und ermutigt diese im Interesse der Kinder so weiter engagiert fortzusetzen.

Dabei fällt es erneut auf mit welchem Aktionismus Schulen, Lehrer, Schüler und Eltern davon abgehalten werden sich konkret mit der Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten unserer Kinder auseinanderzusetzen. Bestes Beispiel hierfür sind die Vergleichsarbeiten, die nunmehr allenthalben geschrieben werden. Vergleichsarbeiten sollen einen Blick auf das Schulsystem erlauben, werden aber aus „ökonomischen“ Gründen auch gern als Grundlage für Schülerbeurteilungen oder Schullaufbahnempfehlungen herangezogen. Eine fatale Entscheidung, denn dadurch wird die benötigte Angstfreiheit, mit der die Schüler diese Arbeiten schreiben sollten, um tatsächlich Stärken und Schwächen des Schulsystems aufzudecken, verhindert. Ministerien versteigen sich sogar soweit, dass sie die Vergleichsarbeiten als Chance sehen, um Eltern noch mehr Hinweise auf Unterstützungsbedarf ihres Kindes zu geben, den Schule dem Kind nicht gewähren kann. Kein Wunder, dass in Deutschland der Nachhilfemarkt blüht. Damit wird die Aussagekraft der einzelnen Vergleichsarbeit überfrachtet. Wesentlich sinnvoller dürften Prüfungen sein, für die nicht extra gepaukt werden muss und nach denen man den „Stoff“ gleich wieder vergisst. Hierzu sei auch Reinhard Kahl mit einem Teil seines Artikel in der taz zitiert:

„Wie Prüfungen abgehalten und als was sie von den Geprüften ansehen werden, könnte man auch als eine Art Systemtest ansehen. Herrscht Angst? Überwiegt Laisser-faire? Oder ist die Prüfung Teil eines Dialogs?

In deutscher Tradition umgibt Prüfungen eine Aura von Aburteilen und Entwerten. Im gegliederten Schulsystem gerät die Leistungsbeurteilung leicht zur Suche nach den blinden Passgieren, die schleunigst von Bord sollen. Wer mag sich einem - gewiss auch manchmal zu Unrecht unterstellten - bösen Blick schon aussetzen?

In einem vertrauensvollen Klima hingegen entfalten Prüfungen eine ganz andere Wirkung. Sie werden als Rückmeldung angesehen, die Schülern und Lehrern Auskunft über sich gibt. Die Diagnose ist dann nur der erste Schritt. Weitere Auskünfte klären, was getan werden kann. Übrigens ist dann die Identifikation und Förderung von Stärken ebenso wichtig, wie die Arbeit an Schwächen. Dass in Deutschland bei Prüfungen selten an die Talente gedacht wird, ist aufschlussreich. Nach einer guten Note fühlt man sich gut oder ist noch mal davon gekommen. Mehr wollen Schüler dann häufig gar nicht wissen. Es wäre also jeweils zu untersuchen, welche Prüfungen informationsreich sind, und was andere so informationsarm macht.

Warum halten in Deutschland so viele Menschen entspannte Prüfungen mit hohem Erkenntniswert nicht für möglich? Warum glauben so viele, ohne die Peitsche würde die Motivation erschlaffen? Eine fatale Mentalität. Sie setzt mehr auf Außensteuerung und Disziplin, als auf Selbstregulierung. Eine schlechte Prüfungskultur verdirbt den Kindern den Geschmack an diesem großen Projekt des eigenen Lebens, am Lernen.

Wenn es allerdings gelingt, in Prüfungen nicht mehr einen Angriff zu sehen und ihn also auch nicht mehr abwehren zu müssen, dann sind Ehrlichkeitsrenditen zu erwarten. Man darf Fehler machen und erkennt wie Josef Beuys: „Ich ernähre mich von meinen Fehlern – wovon sonst!“ Davon sind die meisten Schulen noch weit entfernt. Viele sogar sehr weit. Dort bemühen sich Schüler, lieber intelligent zu gucken, als sich mit angeblich dummen Fragen in ein schlechtes Licht zu setzen. Wie dumm! Diese Täuschung und Selbsttäuschung scheint ihnen zunächst mehr einzubringen als die Selbstprüfung.

Nach dem ersten Pisatest war man auch deshalb so sehr über die schlechten Ergebnisse erstaunt, weil sich die Deutschen doch soviel darauf zu Gute hielten, dass ihre Schulen schwerer und ihre Prüfungen strenger seien als anderswo. Max-Planck-Direktor Jürgen Baumert, Chef der ersten Pisa-Auswertung in Deutschland, antwortete auf diese Verwunderung mit einem klassisch gewordenen Satz: „In Deutschland hängt die Prüfungslatte so hoch, dass es näher liegt, unter ihr durch zu kriechen, als darüber zu springen.““

Dem ist hinsichtlich der Prüfungen und Vergleichsarbeiten in Deutschland aus meiner Sicht fast nichts hinzuzufügen. Vielleicht nur so viel: Prüfungen und Vergleichsarbeiten bleiben Makulatur, wenn die Länder nicht bereit sind, den dabei erkennbaren Unterstützungsbedarf von Schulen, Lehrern und Schülern auch zur Verfügung zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Ziegon

Amtierende Vorsitzende des Bundeselternrates

BUNDESELTERNRAT UMFRAGE

Anfrage zu den Hauptschulen

Sehr geehrte Mitglieder,

wir bitten Sie zur Beantwortung der nachstehenden Fragen um Ihre Mitarbeit, betreffs der Situation der Hauptschulen in Ihrem Land.

Vielen Dank für Ihre Bemühungen, wir bitten um eine zeitnahe Zusendung der Antworten.

1. Wie lang ist die Vollzeit-Schulpflicht im Bundesland?     

2. Gibt es noch separate Hauptschulen im Bundesland?

Wie viele gegenüber wie vielen anderen weiterführenden Schulen?

3. Wenn es keine separaten Hauptschulen im Bundesland gibt, gibt es dann noch separate Hauptschulklassen?

Wie viele gegenüber wie vielen Klassen anderer Bildungsgänge?

4. Welche Abschlüsse können unter welchen Voraussetzungen an Hauptschulen   erworben werden?

5. Welche Möglichkeiten gibt es für Hauptschulschüler in einen Bildungsgang der Mittleren Reife oder der Studienreife zu wechseln? Sind damit zeitliche Verzögerungen gegenüber Schülern, die den jeweiligen Bildungsgang von Anfang an besuchten verbunden?

Wenn ja, welche und warum?

6. Welche Diskussionen zu Schulstrukturen werden in Ihrem Bundesland geführt und wie ist der Tenor der Landesregierung?

Mit freundlichen Grüßen

Anja Ziegon, Amtierende Vorsitzende des Bundeselternrates

Bundeselternrat informiert über EPA Tagung

Tagung der European Parents Association (EPA) vom 13. – 15. April 2007 in Berlin

„Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund“

Die europäische Elternvereinigung (European Parents Association, EPA) führt ihre Tagungen immer in dem Staat durch, der den Vorsitz des Europarates innehat. Dies ist im ersten Halbjahr 2007 die Bundesrepublik Deutschland.

Der Bundeselternrat hatte als Mitglied der EPA die Organisation übernommen.

Teilnehmer waren die verschiedene Elternverbände aus den Ländern Belgien, Dänemark, England, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Irland, Kroatien, Luxemburg, Liechtenstein, Malta, Niederlande, Polen, Slowakei, Spanien und Vertreter der Landeselternvertretungen der Bundesrepublik Deutschland.

In Abstimmung mit dem Vorstand der EPA hat der Vorstand des Bundeselternrates das Thema „Integration von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund“ in den Mittelpunkt der Tagung gestellt.

Auf dem Hintergrund der OECD-PISA-Studie stellte Herr Dr. Hesse vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) in Frankfurt mit seinem Einführungsvortrag „Wo haben Schüler mit Migrationshintergrund die größten Erfolgschancen? – Eine vergleichende Analyse von Leistung und Engagement in PISA 2003“ die wesentlichen Aussagen zur Diskussion.

In zwei weiteren Referaten zu „Wege und Förderprogramme zur Integration von Migranten“ von Frau Prof. Dr. Gogolin von der Universität Hamburg und Herrn Prof. Dr. Leseman von der Universität Utrecht wurden den Tagungsteilnehmern mögliche Maßnahmen zur aktiven Unterstützung des Integrationsprozesses und die Bedeutung der Schule aufgezeigt.

Dass die Einbeziehung der Eltern eine prozessfördernde Rolle hat, wurde in dem Vortrag "Vielfältigkeit und Elternschaft in kanadischen und schwedischen Schulen" der Referentin Frau Löser, (zur Zeit als Forschungsassistentin an der Universität Hannover), deutlich.

Abgerundet wurde das Programm durch den Vortrag „Mehrsprachigkeit als Chance und Kapital“ indem Herr Dr. Hesse auf die Zusammenhänge zwischen Mehrsprachigkeit und dem Erfolg bei dem Erwerb einer (nach Deutsch) dritten Fremdsprache hinwies.

In der sich anschließenden Mitgliederversammlung wurde Herr Diego Barroso vom spanischen Elternverband FAPACE erneut in seinem Amt als Präsident der EPA bestätigt.

Die Internetadresse der European Parents Association lautet: www.epa-parents.net       

Bendikt Frie, Mitglied der EPA

Resolution der Tagung der Fachausschüsse

Für Sonder-, Berufsbildende Schulen und Gymnasien

vom 20. – 22. April 2007 in Tabarz

Die Erwartungen an eine anschlussfähige ganzheitliche Bildung im Blick

auf Berufsbildung, Hochschule und Teilhabe an der Gesellschaft

Schulen mit einem guten ästhetisch-künstlerischen Angebot erzielen auch in den

kognitiven Bereichen überdurchschnittliche Ergebnisse. Das bestätigten die Erkenntnisse der Gehirnforschung, nach denen durch die Vernetzung beider Gehirnhälften das Lernen gefördert wird.

Um den beruflichen und gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden, brauchen junge Menschen kognitive, musische, kreative und soziale Kompetenzen. Diese Kompetenzen werden vor allem in den Fächern Musik, bildende Kunst und Sport gestärkt.

Im gegenwärtigen Schulalltag fallen gerade diese Fächern überproportional oft aus,

obwohl sie in der Stundentafel ohnehin nur am Rande berücksichtigt werden.

Ästhetische Methoden werden an einigen Schulen bereits erfolgreich als didaktisches Mittel fächerübergreifend eingesetzt. Ästhetische Erziehung ist auch eine gute Grundlage für die Berufs- und Studienfindung und die gesellschaftliche Teilhabe, da sie das Entdecken eigener Neigungen und Fähigkeiten fördert. Die ästhetisch-ganzheitliche Erziehung bildet von der Wirtschaft gewünschte Kompetenzen wie Konzentration, Teamfähigkeit und Kreativität besser aus. Ganztagsschulen bieten Zeit und Raum für ganzheitliche Bildung. Sie fördern Sozialkompetenzen und erleichtern Integration.

Nur ganzheitliche Bildung bietet unseren Kindern und Jugendlichen eine Zukunft. Die politisch Verantwortlichen müssen dafür sorgen, dass die Fächer ästhetischer Bildung und Sport mit den sogenannten Kernfächern gleichgewichtet werden.

Tabarz, 22.04. 2007

Anja Ziegon

amt. Vorsitzende des Bundeselternrates

(Die Referate von Herrn Landgraf und Herrn Fichtner konnten mit  praktischen musikalischen Beispielen begeisterten. Wenn die Referate in Dateiform vorliegen, werden diese auf die Homepage gestellt.)

Bundeselternrat im Gespräch mit der Linkspartei/PDS

Auf Einladung des Parteivorstandes der Linkspartei/PDS trafen sich Vertreter des Bundeselternrates mit der Linkspartei zu einem Gespräch über aktuelle Bildungsfragen. In einer aufgeschlossenen Atmosphäre konnten eine Reihe übereinstimmende Auffassungen zu wichtigen Bildungsfragen festgestellt werden.

So sehen beide Seiten in einer qualitativ hochwertigen frühkindlichen Bildung eine wichtige Voraussetzung für den künftigen Lernerfolg und gleiche Lebenschancen. Für beide Seiten ist die Orientierung auf die individuelle Förderung jedes Kindes und Jugendlichen eine wesentliche Forderung für die Qualifizierung des Bildungssystems. Einig war man sich auch darin, dass es darauf ankomme, den Anteil der Absolventinnen und Absolventen mit einer Hochschulzugangsberechtigung zu erhöhen und den Anteil der Schülerinnen und Schüler, die nur mit einem schlechten oder gar ohne einen Schulabschluss die Schule verlassen, deutlich zu verringern. Es wurde vereinbart, sich auch künftig zu aktuellen Bildungsfragen auszutauschen.

BERICHTE AUS DEN LÄNDERN

Baden-Württemberg

Es gibt die flexible Schuleingangsphase auf freiwilliger Basis. In der Grundschule gibt es Französisch oder Englisch. Eine Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätte und Grundschule findet statt. Die Schulen unterliegen einer Qualitätsanalyse, die vom Landesinstitut für Schulentwicklung durchgeführt wird.Ca.500 Lehrerstellen sind bereits eingefroren worden, weitere 250 sollen noch eingespart werden..

Bayern

Ab dem 01.08.07 wird es eine neue Schulordnung für die Gymnasien geben, Schüler- und Elternrechte sind extrem eingeschränkt worden. Einen Elternwillen beim Übergang gab es noch nie. Es gibt dazu eine Initiative der Verbände, die oft auf starke Widerstände seitens der Regierung stößt. Auch Bayern muss sich mit der Problematik der Schulschließungen auseinandersetzen.

Bremen

Die Elternvertretung hat gute Unterstützung durch den Senat. Bis zum 31. März 2007 müssen alle Schulen erstmals ein Schulprogramm erarbeitet haben. Beim Übergang in die weiterführenden Schulen haben Eltern freie Wahlmöglichkeit. Das Programm „Geld statt Stellen“ ermöglicht es den Schulen außerschulische Partner zu finanzieren. Neues Schulgesetz ist 2005 in Kraft getreten. Nach der GS wechseln ca. 51% zum Gymnasium, Elternwille hat Vorrang.

Mecklenburg-Vorpommern

Die Schülerzahlen sind auf  30% zurückgegangen. Das hat zur Folge, dass vermehrt Verbundschulen aus Haupt- und Realschulen entstehen. Kinder müssen Fahrtzeiten bis zu zwei Stunden bewältigen. Massive Kürzung von Lehrerstellen gibt es auch in Mecklenburg-Vorpommern. Als Reaktion auf das gestartete Volksbegehren hat das Ministerium eine Bildungskommission einberufen.

Nordrhein-Westfalen

Mit dem neuen Schulgesetz wurde seit 2006 der Elternwille abgeschafft. Bei abweichendem Elternwillen muss sich das Kind einem dreitägigen Probeunterricht mit fremden Lehrern unterziehen. Die Bildung von Verbundschulen ist ab sofort möglich. Sprachstandserhebungen werden erstmalig landesweit mit allen 4-jährigen durchgeführt. NRW hat ebenfalls das G8 eingeführt. Die Lernstandserhebungen sind in die Klasse 3 vorverlegt worden.

Saarland

Die Selbstständigkeit der Schulen soll gestärkt werden. Dies läuft jedoch noch im Modellversuch. Es gibt zahlreiche Schulschließungen, weil im Schulgesetz die 2-Zügigkeit der Schulen gefordert ist. (etwa 100 Schulschließungen nach der Änderung)

Sachsen-Anhalt

Die flexible Schuleingangsstufe ist eingeführt und befindet sich in einer Art Testphase. Für Kinder in der Grundschule mit grenzwertigen Noten, gibt es auf Antrag beim Übergang in die Gymnasialstufe ein Eignungsfeststellungsverfahren, hierbei sollen auch die Sekundarschulen gestärkt werden und Kinder vor zu hohem Leistungsdruck im Gymnasium bewahrt werden. Bei der Kreisgebietsreform wurde die Anzahl der Kreise in Sachsen-Anhalt halbiert. Dadurch treten auch Probleme bei den Kreiselternverbänden auf. Massive Schulschließungen könnten die Folge sein. Auch in Sachsen-Anhalt ist das G8 eingeführt worden.

Aus  Protokoll Ausschusstagung Grund- und Hauptschulen  02.-04. März 2007

BAYERN

Aufbegehren der Eltern- und Lehrerverbände gegen G8; es wird eine Sitzenbleiberquote im 8. Jg. von 50 % prognostiziert, RS kann keine Schüler mehr aufnehmen. HS wäre die nächste Schulform. Vermutete Konsequenz: man lässt in dieser Größenordnung nicht wiederholen. G8 seit 2004/05. 2007/08 doppelter Abiturjahrgang.

BRANDENBURG

Grundschule bis 6. Kl.; Einrichtung von Ü7 für Sechstklässler, um Oberschule (G9) zu füllen. Prüfung ab 2007/08, Modus noch nicht bekannt. Profilklassen (Prestigeobjekte) an Gymnasien eingeführt; Kopfnoten-Vergaben nach komplexem Schlüssel; G8 seit 2006/07, doppelter Abiturjahrgang 2010/11.

HAMBURG

G8: Probleme wie in den anderen Bundesländern. GS Lehrermangel  aufgrund von Sparmaßnahmen. Probleme mit Rauchen 12- und 13-jährige Jungen und Alkohol bei beiden Geschlechtern (Koma-Saufen). Reform der Sek II zur Profiloberstufe, 4 Profile sind möglich: math.-nat., sprachl., gesellschaftl. und  musisch/künstl.; 1. Abitur 2009/10. Etaterhöhung an den Unis. Schulleitung erhält Disziplinar- und Weisungsrecht. Vorzeigegymnasium wirbt Sponsoren ein, Kosten für AG´s entfallen.

HESSEN

Zu viel Unterrichtsausfall führte zu Projekt „Unterrichtsgarantie plus“: mehr Unterrichtende 1. aus sog. „Pool“ (Fachqualifizierte), 2. Referendare, 3. Schüler der Oberstufe. Dazu keine Elternbeschwerden, Ministerium meint es funktioniert; erster Jg. Zentralabitur 2007/08. Parallel werden im 13. Jg. Klassenarbeiten geschrieben, dies wie auch G8 ( Einführung in 2005/06 ) verbreitet Unbehagen.

NIEDERSACHSEN

Zurzeit zweiter Durchgang Zentralabitur (G9), 2007/08, Zentralabitur nach Profiloberstufe (G9). G8 seit 2004/05. Einrichtung eines Schulvorstandes ab 2007/08, darin vertreten 50% Lehrer, jeweils 25% Schüler und Eltern. Schulkonferenz bleibt erhalten; sie entscheidet nur noch über pädagogische   Themen.

Rheinland-Pfalz

G81/2, G9, jetzt G8 an 15 Ganztagsgymnasien zur Entscheidungsfindung. G8 seit 2004/05 mittlerweile Lage ruhig. Für das Doppelabi sind  mehr Studienplätze versprochen. 2. Fremdsprache ab 5. Jg. zurückgenommen, kann jetzt wahlweise in 5. oder 6. Kl. beginnen. GS-Sprache muss als 1. FS gewählt werden. Zur Schülerbeförderung: GS, HS und Kitas kostenfrei, alle anderen zahlen. Stundenausfall > 7 %; Raucherecken: der Schule freigestellt, Eltern sind gegen Option. Bildungshaus: Kita + GS, Pilotprojekt mit 20 Einrichtungen.

Saarland

Schülerbeförderung ist bis zur 4. Kl. (bis 2,5 km) kostenfrei, darüber hinaus muss selbst bezahlt werden, z.B. 8 km 37 Euro/ Monat. Keine Lehrmittelfreiheit. Einführung der erweiterten Realschule (ERS), Hauptschule wurde vor einigen Jahren abgeschafft. Weiterhin gibt es Gesamtschulen (G9 – stark nachgefragt) und Gymnasien (G8 – „hakt“ immer noch). Oberstufenreform: Einführung der Kernfächern von Eltern gewünscht; Fächeranzahl von 14 auf 10/11 reduziert.

Sachsen-Anhalt

Erstes Bundesland mit doppelten Abijahrgang (16 000 Schüler) 2006/2007, „nichts passiert“. Kultus- und Wirtschaftsministerium sehen keine Probleme. Sekundarschulen bluten aus; Entrümpelung der Rahmenlehrpläne Gym, G9 seit 1989, 7.Jg. auf G8 umgestellt (bis 40 Wochenstunden), 3. Jahr Zentralabi,  erweiterte Berufs- und Studienorientierung; Berufsschulpass flächendeckend; Schülerbeförderung: bis zur 10. Klasse frei, darüber hinaus gibt es regionale Regelungen.

Sachsen

Schülerbeförderungskosten müssen bezahlt werden: 80 – 140 Euro (regional unterschiedlich). Ab 2008  Einführung des verschärften Abiturs. Jeder Schüler hat  im Rahmen des Pflichtbereichs durchgängig  zwei Fremdsprachen und drei Naturwissenschaften zu belegen. Schulen können sich um  das Qualitätssiegel zur Berufs- und Studienorientierung bewerben. 80 % der vorgegebenen Kriterien müssen erfüllt sein, eingereichte Unterlagen werden durch eine Jury bewertet (in der auch Landes-Elternvertreter mitarbeiten) Evaluation alle fünf Jahre, von 100 Schulen erhalten vielleicht 20 das Siegel . Berufswahlpass soll eingeführt werden. Bei Unterrichtsausfall von 19% im Schuljahr vor dem Abitur kann Klage beim Verwaltungsgericht  eingereicht werden. Schulung von 50 Elternvertretern zu Elternmitwirkungsmoderatoren, durch das SMK, sie unterstützen Elternvertreter auf Anfrage in schulischen Angelegenheiten.

SCHLESWIG-HOLSTEIN

Neues Schulgesetz 2/2007 in Kraft, Diskussion u.a. über  Einführung von Gemeinschafts-Schulen, kostenfreie Schülerbeförderung und Datenschutzparagraf  zur Schüler-ID. G8 beginnt 2008/09 im 5. Jg., „…weil alle es haben…“. Dazu Unmut  auf Seiten der Eltern und Lehrer; Rahmenbedingungen bezüglich der Ausstattung an  vielen Schulen (noch) nicht  vorhanden. Profiloberstufe ab 2008/09, max. fünf  Profile sind möglich; Abstimmung mit HH.     

THÜRINGEN

G8 seit 1990, außer an Gesamtschulen; an Gymnasien bilingualer Unterricht, Leistungsfeststellung nach der 10. Kl. durch Prüfung (2004), Reform der Sek II; G9 an Regelschule. Buddy-Projekt: Schüler helfen Schüler. In Bezug auf Bachelor-/Masterabschlüsse wird Abstimmung an Hochschulen bemängelt. Wettbewerb  für berufswahlfreundliche Schulen.

Aus dem Protokoll des  Gymnasial-Ausschuss des BER 20. bis 22. 4. 2007

Maulkorb für die Sachverständigen an den beruflichen Schulen?

Pressemitteilung Landeselternrat Mecklenburg-Vorpommern

Die Schulleiter der beruflichen Schulen dürfen den Eltern und Schüler/innen keine Fakten, die die Situation bei deren Schulstandorten betreffen, benennen. Hier sehen wir einen klaren Verstoß der Informationspflicht gegenüber uns als beteiligtem Partner in und um Schule! So stellen wir uns keine enge Zusammenarbeit vor. Es geht sogar soweit, dass auf Druck des Bildungsministeriums M-V Schulkonferenzberatungen abgesagt werden müssen, in denen Fakten, Zahlen und Erfahrungen zum Thema ausgetauscht werden sollten.

Die Lehrstellensituation in unseren Land ist nun nicht so, dass wir im Bereich der beruflichen Schulen noch weiter kürzen sollten. Wir sollten im Gegenteil mehr Fachlehrer zur Verfügung stellen, denn an vielen unserer beruflichen Schulen herrscht Fachlehrermangel und damit ist eine 100%ige Ausbildung schon heute nicht mehr möglich. Dies musste ich nach dem Besuch einiger beruflicher Schulen im Lande feststellen.

Sehr geehrte Abgeordnete des Bildungsausschusses im Landtag M-V, wir waren zur Anhörung bei Ihnen geladen, um unsere Bedenken zu äußern.  Dies taten wir. Leider haben wir bis heute keine Aussagen, wie mit den noch offenen Fragen umgegangen werden soll. Abblocken? Wie es auch schon die Vorgängerregierung getan hat!

Wir fordern von der Landesregierung eine 100%ige Ausbildung aller Schüler/innen! Hier müssen endlich mal mehr als nur Lippenbekenntnisse kommen. Jeder unserer Jungendlichen im Land Mecklenburg – Vorpommern braucht eine reale Chance für sein berufliches Fortkommen.

André Wionsek

Vorsitzender Ausschuss Berufliche Schulen und LER M-V

Landeselternrat Sachsen-Anhalt informiert:

Mit 15.000 Postkarten und E-Mails wollen Schüler auf Ausbildungsplätze in Sachsen-Anhalt drängen

„Uns ist es sehr ernst damit, für alle jungen Leute, die jetzt ihre Schulausbildung beenden oder sich schon in der Warteschleife befinden, eine Ausbildung möglich zu machen“, leitete GEW-Landeschef Thomas Lippmann die Vorstellung der Kampagne „Ausbildung für alle – Zukunft sichern“ ein. Sie richtet sich an die Landespolitik und die Wirtschaft, ihre Aktivitäten zu vervielfachen, um den jungen Menschen im Land eine berufliche Perspektive zu geben.

„Als Elternvertretung liegt uns natürlich das Schicksal unserer Kinder am Herzen“, betonte die Vorsitzende des Landeselternrates Kathrin Hinze. „Dieses Schicksal“, so Hinze, „hängt eben aber von einer guten Ausbildung ab.“

David Bode vom Landesschülerrat hatte bereits im Vorfeld auf die prekäre Situation für die Bewerber hingewiesen, weil durch den doppelten Abiturjahrgang der Druck auf den Ausbildungsmarkt erhöht werde. „Schüler mit Sekundar- und Hauptschulabschlüssen und Abiturienten werden es schwer haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.“

Die DGB-Vertreterin, Petra Richter, wies auf die besorgniserregende Lage auf dem Ausbildungsmarkt hin. „Noch bewerben sich drei junge Menschen in unserem Land auf einen Ausbildungsplatz“, sagte Richter. Im Monat März 2007 waren für 17.684 Bewerbern nur 5.557 betriebliche Ausbildungsplätze im Angebot.

Im gemeinsamen Aufruf von Elternrat, Schülerrat, DGB und GEW werden als notwendige Handlungsschwerpunkte deshalb die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze in allen Betrieben, die Erweiterung des Kreises der ausbildenden Betriebe und die Einrichtung zusätzlicher schulischer Ausbildungsplätze für Jugendliche, die keinen dualen Ausbildungsplatz erhalten, benannt.

„Wir erwarten jetzt eine konzertierte Aktion der Landesregierung, der Kammern, der Arbeitsagentur, der berufsbildenden Einrichtungen und der Gewerkschaften, um endlich vorwärts zu kommen“, sagte Lippmann. „Es würde dem Ministerpräsidenten gut anstehen, dieses Thema zur Chefsache zu machen.“

GEW: „Unkontrolliertem Nachhilfemarkt den Nährboden entziehen“

Bildungsgewerkschaft für integriertes Ganztagsschulsystem

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich dafür eingesetzt, dem boomenden Nachhilfemarkt für Schülerinnen und Schüler den Nährboden zu entziehen. GEW-Schulexpertin Marianne Demmer plädierte für den Umbau des selektiven Halbtags-Schulwesens zu einem integrativen Ganztagsschulsystem. Dabei seien die Schulen personell und materiell so auszustatten, dass Nachhilfe kostenfrei in die Schule erteilt werden kann. „Wer individuelle schulische Förderung für sein Kind will, braucht Geld und Glück: Geld, um Nachhilfe bezahlen zu können, Glück, um das richtige Nachhilfeinstitut zu finden. Nur wer Geld hat, hat gute Chancen, auch Kinder mit Problemen erfolgreich durch die Schule zu bekommen. Wer keins hat, muss oft genug hilflos mit ansehen, wie das eigene Kind zum Bildungsverlierer wird“, kommentierte Demmer die wachsende Nachfrage nach kommerzieller Nachhilfe.

Nach Ansicht der GEW-Sprecherin ist das schlecht ausgestattete selektive Halbtagsschulsystem in Deutschland mit dafür verantwortlich, dass sich ein ständig wachsendes „kommerzielles Parallelsystem am Nachmittag“ etablieren kann. Die soziale Chancenungleichheit im deutschen Schulsystem werde dadurch „erheblich“ verstärkt. Deshalb sei die Tatenlosigkeit der Kultus- und Bildungsminister empörend. „Unsere Politiker lässt diese Entwicklung offenbar völlig kalt. 16 Kultusminister und eine Bundesbildungsministerin schauen unbeteiligt zu, wie neben dem staatlichen Schulsystem ein unkontrollierter kommerzieller Bildungsmarkt wächst, auf dem sich neben seriösen Anbietern auch Scharlatane, religiöse Eiferer und Nichtskönner tummeln dürfen“, unterstrich Demmer.

Sie wies auf Untersuchungen hin, nach denen die Nachhilfe am effektivsten ist, wenn diese von den unterrichtenden Lehrkräften erteilt wird. Pauschale Vorwürfe gegenüber Lehrerinnen und Lehrern wies sie mit Nachdruck zurück. Im staatlichen Schulwesen sei es schwierig, die notwendige und von den Eltern zu Recht erhoffte individuelle Förderung zu leisten: Die Klassen seien meist zu groß und die Lehrkräfte für individualisierenden Unterricht in der Regel nicht ausgebildet. Zudem würden die notwendigen Unterstützungsmöglichkeiten nicht bereitgestellt: Es fehlten Sozialpädagogen, Schulpsychologen und Kinderärzte. Stattdessen beruhe das selektive deutsche Schulsystem nach dem Motto „aus den Augen aus dem Sinn“ auf dem Prinzip „Problemverschiebung“: Klassenwiederholung, Schulwechsel auf eine niedrigere Schulform und von den Eltern bezahlte und organisierte Nachhilfe. Dass die meisten Kultus- und Bildungsminister ein solches System verteidigten, lasse sich nur mit Feigheit, Ignoranz und mangelndem Verantwortungsbewusstsein erklären. Im ständig härter werdenden Kampf um einen möglichst hohen Schulabschluss und in vielen schulpolitischen Maßnahmen der Landesregierungen sieht Demmer eine weitere wichtige Ursache für den Nachhilfe-Boom. „Jedes Mal, wenn ein Land die Schulzeitverkürzung im Gymnasium beschlossen hat, dürften in den Nachhilfeinstituten die Sektkorken geknallt haben“, vermutet die Schulexpertin. Alle Maßnahmen, die den Auslesedruck weiter erhöhen, seien „Gelddruckmaschinen für Nachhilfeinstitute.“

Ein unkontrolliertes schulisches Parallelsystem am Nachmittag ist nach Ansicht der GEW-Sprecherin auf Dauer nicht hinzunehmen. Nachhilfe sei nicht mehr die Ausnahme, sondern für mehr als ein Viertel der Schüler die Regel, in den westlichen Bundesländern sogar für nahezu ein Drittel. Deshalb seien „endlich“ Maßnahmen der Kultus- und Bildungsminister erforderlich.

Nachhilfeinstitute müssten einer regelmäßigen Qualitätskontrolle unterzogen und staatlicher Aufsicht unterstellt werden. Der Nachhilfebereich müsse zudem in die Bildungsberichterstattung aufgenommen werden.

NRW will Lehrer praxisnäher ausbilden

Jürgen Baumert legt Empfehlungen vor

Von Karl-Heinz Heinemann

Nordrhein-Westfalen will die Ausbildung der Lehrer reformieren. Zur
Grundlage nimmt die Landesregierung Empfehlungen von Jürgen Baumert,
Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin. Baumert
schlägt vor, das erste Staatsexamen abzuschaffen und durch einen Master of
Education zu ersetzen.

Die Kommission macht Vorschläge zur Neuorganisation der Lehrerausbildung
an den Universitäten. Das Referendariat und die Weiterbildung im Beruf
seien zwar auch reformbedürftig, das gehöre aber nicht zu ihrem Auftrag,
stellt die Kommission in ihrer Zusammenfassung der Ergebnisse fest. Sie
will die Zuständigkeiten zwischen Hochschulen und Schulministerium neu
regeln, die Lehrerstudiengänge besser in die neuen Studienstrukturen á la
Bologna einpassen und die Aufgaben der universitären Ausbildungsphase und
der praktischen Ausbildung im Referendariat klar voneinander abgrenzen.

Baumert und seine Kommission wollen das erste Staatsexamen abschaffen und
durch einen Master of Education ersetzen. Bisher wird die Lehramtsprüfung
von einem staatlichen Prüfungsausschuss abgenommen, das sei eine
Vermischung der Zuständigkeiten von Hochschulen und Staat. Für die Prüfung
an der Uni ist dann nur die Universität selbst zuständig. Für das
Schulministerium hätte dieser Rückzug aus dem Prüfungsgeschäft an der Uni
einen entscheidenden Vorteil: Es müsste nicht mehr jeden
Lehramtsabsolventen ins Referendariat, also die praktische
Ausbildungsphase übernehmen. Damit würde dann das Lehrerstudium auch an
die neuen Studienstrukturen mit Bachelor und Master angepasst.

Die Baumert-Kommission will nicht die Schulpraktika im Studium verstärken
oder gar die erste und zweite Ausbildungsphase zusammenfassen. Die
Gutachter sprechen sich nachdrücklich dafür aus, die Zweiteilung der
Ausbildung in einen wissenschaftlichen Teil an der Universität und eine
praktische Ausbildung erst danach im Referendariat beizubehalten. Jede
Phase habe ihre eigene Aufgabe. Statt mehr Praxisphasen ins Studium
einzubauen, sollen die bisher recht spärlichen Praktika besser betreut
werden.
Gymnasiallehrer werden weiterhin getrennt von Haupt- und Realschullehrern
ausgebildet. Aber auch die Haupt- und Realschullehrer sollen wie ihre
gymnasialen Kollegen stärker als bisher die Fachwissenschaften und die
dazugehörige Didaktik studieren. Das entspreche der Angleichung der
Curricula zwischen den Schulformen.
Für Grundschullehrer gibt es nach der Vorstellung der Kommission einen
neuen, eigenen Ausbildungsgang. Sie sollen sich nicht mit einzelnen
Fächern, sondern mit der sprachlichen und mathematischen Grundbildung der
Kinder beschäftigen. Das Erlernen von Deutsch als Zweitsprache für die
Migrantenkinder bekommt in dieser Ausbildung einen festen Platz.
In den Universitäten müssen die Fachdidaktiken ausgebaut werden, heißt es.
Es dürfen nicht weiter, wie bisher stillschweigend Didaktik-Lehrstühle mit
reinen Fachwissenschaftlern besetzt werden, die sich nicht um die
schulische Vermittlung kümmern. Zentren für die Professionalisierung der
Lehrerbildung sollen das Lehrangebot für die Lehrerstudiengänge planen und
steuern. Dafür sollen sie auch hochschulintern die Mittel verteilen.

Die Baumert-Studie kann beim NRW-Schulministerium als PDF-Dokument
heruntergeladen werden.

http://www.schulministerium.nrw.de/BP/Aktuelles/Expertenkommission/Empfehlungen.pdf      Quelle: Deutschlandradio 30.4.07

Idee & Wirklichkeit klaffen im Lehrerstudium weit auseinander
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Leserbrief an b&w (GEW Baden-Württemberg) Dettingen, 22.04.2007

Sehr geehrte Damen und Herren
nach meinem siebensemestrigen Studium des Lehramtes an Grund- und
Hauptschulen in Freiburg habe ich nun im Februar diesen Jahres meinen
Vorbereitungsdienst an einer kleinen Schule im Kreis Esslingen angetreten.
Ich möchte mich mit meinem Leserbrief auf einen Artikel im aktuellen Heft
Bildung und Wissen der GEW beziehen mit dem Titel Schulpraktische Studien
und Professionalisierung von Siegfried Däschler-Seiler.

Er schreibt darüber, wie wichtig der Bereich des Schulpraktischen
Studiums für Studenten des Lehramtes ist. Ich bin selbstverständlich
seiner Meinung nur leider sieht die Realität ganz anders aus.
Das Studium soll, so Herr Däschler-Seiler, auf den Unterrichtsalltag
vorbereiten durch theorie- und praxisintegrierende Veranstaltungen
beinhalten. In meinem Studium sah das so aus, dass ich ein Semester lang
(im 2. Fachsemester - war relevant für die Zwischenprüfung nach dem 3.
Semester) in meinem 1. Studienfach Mathematik das Seminar Schulpraktische
Ausbildung belegt habe. In dieser Veranstaltung hat jeder Student eine
Stunde zu einem frei gewählten Thema im Fach Mathematik vorbereitet und
diese mit den anderen Studenten als Schüler durchgeführt. Das war nicht
wirklich sehr praxisnah! Auch wenn man sich noch so sehr anstrengt, ist es
nicht möglich als Student in die authentische Rolle eines Grundschülers
zu schlüpfen. Die Probleme, die man beim Unterrichten mit Grundschülern
haben wird werden erst in der Realität klar.

Womit wir beim zweiten Knackpunkt sind. Die, ach so zahlreichen
Praktika! Meine Studienordnung sah 3 semesterbegleitende Tagespraktika vor
und 2 Blockpraktika mit insgesamt 7 Wochen. Das hört sich viel an, vor
allem, wenn man es mit den Studienordnungen von Universitäten und vor
allem in der Ausbildung der Gymnasiallehrer vergleicht. In der Realität
war es nur leider so, dass mein Tagespraktika in meinem 1. Fach Mathe
nicht wie vorgesehen in einer Klasse mit Betreuung eines Mentors zustande
kam, da es nicht genügend Kapazitäten (wie so oft!) für alle Studenten
gab. Stattdessen habe ich ein Semester lang eine Schülerin in Mathe
gefördert, die als rechenschwach eingestuft worden ist. Das hört sich
sehr interessant und wie eine echte Alternative an. Leider wurde ich
während dieser Zeit weder kontrolliert, noch unterstützt geschweige
denn, dass mich jemand besucht hat um meine Rolle als Lehrer / Förderer
zu beobachten. In den anderen 2 Tagespraktika habe ich insgesamt 4 Stunden
selbst gehalten, das waren meine beratenen Unterrichtsversuche!!! Wenn man
dann die 2 Blockpraktika noch im Ausland macht, was ja eine sehr reizvolle
Möglichkeit ist, hat man da auch eher selten die Chance, die
Unterrichtswirklichkeit an einer Schule zu erleben, an der wir später
unterrichten werden.

Herr Däschler-Seiler schreibt in seinem Artikel, dass die
Schulpraktischen Studien es dem Studenten ermöglichen, seine Eignung für
den Lehrerberuf zu prüfen. Ich denke nach den eben geschilderten
Ausführungen wird klar, dass dies kaum möglich ist, da es von der
Realität meilenweit entfernt ist. Und ich weiß wovon ich spreche. Als
ich vor 8 Wochen meinen Vorbereitungsdienst antrat, dachte ich auch, ich
wäre vorbereitet auf das, was jetzt kommt aber dies trifft in etwa zu 5 %
zu!
Schauen wir uns doch mal den Rest meines Studiums an. Ich habe
beispielsweise Vorlesungen belegt zum Thema beschreibende Statistik -
könnte ich ja mal mit einer 4. Klasse versuchen - oder Soziologie des
Sports mit Schwerpunkten im Bereich Genderstudies. Oder meine Einführung
in Mathematik: Kurvendiskussion, Kombinatorik, Modulararithmetik oder
Axiomatik - hier wurde übrigens "ausgesiebt", wer nicht das Studium
des Grund- und Hauptschullehrers weiter belegen darf!!! Ich habe mich
semesterlang mit wissenschaftlichen Themen beschäftigt, die
Veranstaltungen, die sich mit Didaktik oder Methodik beschäftigten, kann
man an zwei Händen abzählen. Und das Studium an Pädagogischen
Hochschulen ist im Vergleich zu dem an Universitäten um einiges
praxisorientierter!!! Es wurden einige, wenige Veranstaltungen angeboten,
wie zum Beilspiel Montessorie-Material herstellen, Unterrichtsstörungen,
Dyskalkulie oder ADS. Diese waren aber teilnehmerbegrenzt und ich habe es
in sieben Semestern Studium in eine einzige dieser Veranstaltungen
geschafft.
Ein weiteres Thema ist die neue Studienordnung. Meines Wissens ist sie
verabschiedet worden lange nachdem feststand, dass in Grund- und
Hauptschulen fächerübergreifend und vor allem in Fächerverbünden
unterrichtet werden soll. Wo erscheint das in den neuen Studienordnungen?
Wir studieren noch immer unsere 2,5 Fächer (das affine Fach zähle ich
nur als halb studiert) und was werden wir später unterrichten? Alles!!!
Als Hauptschullehrer studiert man 7 Semester Chemie und unterrichtet
später den Fächerverbund Materie Natur und Technik, wo genauso Biologie,
Physik und Technik dazugehören. Ich würde mir das nicht zutrauen ganz
ohne Vorwissen. Und als Grundschullehrer übernimmt man in den meisten
Fällen auch Lehraufträge für alle Fächer, die man als Klassenlehrer
unterrichtet. Wo bleibt denn da die Logik? Ich habe das Gefühl, dass ich
3,5 Jahre vor mich hin studiert habe und die Wirklichkeit mich jetzt
überfährt.
Was mir auch noch auf der Seele brennt:

Ich kann nicht behaupten, dass mein Studium alle meine Ressourcen
gefordert hat. Ich hatte genügend Zeit, mich auf alles vorzubereiten,
Klausuren, Hausarbeiten, sogar das 1. Staatsexamen. Schließlich hat man
ja fast 6 Monate vorlesungsfreie Zeit pro Jahr. Jetzt hingegen habe ich
das Gefühl, dass alles das, was in diesen 7 Semestern versäumt wurde
innerhalb von 1,5 Jahren nachgeholt werden muss. Der Vorbereitungsdienst
fordert nicht nur alle meine Ressourcen, er übersteigt sie sogar. Ich
kann alles nur noch auf Sparflamme machen, so, dass es eben gerade so
reicht. Warum??? Warum konnten wir nicht im Studium schon Seminare belegen
über Schulrecht? Warum konnten wir nicht im Studium schon mehr
Praxiskurse zu unseren Fächern belegen? Warum muss das alles jetzt sein,
wo wir eigentlich schon genug gefordert sind mit dem Einfinden in unsere
neue Rolle als Lehrer?

Meiner Meinung nach muss das Studium für Lehrer grundlegend reformiert
werden. Es sollte eine 3-semestrige Einführung an den Hochschulen geben
und ab da ein duales Ausbildungssystem! Eine Art Berufsakademie, in der
die Studenten 3 Tage in der Woche an einer Schule unterrichten und 2 Tage
an den Hochschulen oder Seminaren parallel ausgebildet werden und dies
nicht nur über 1,5 Jahre sondern mindestens 3 Jahre. Da wäre dann Zeit
um sich auch ausführlich mit den Problemen zu befassen, die tatsächlich
auftreten und nicht solche, die entstehen, wenn Studenten Schüler mimen.
Oder die Nachbereitung von gehaltenen Stunden, sie sieht bei mir zurzeit
so aus, dass ich zwischen 8 und 12 Stunden pro Woche unterrichte und für
die Nachbesprechung mit meinem Mentor ist dafür eine Stunde vorgesehen!!!
Wie soll das gehen? Natürlich könnte er ein wenig mehr Engagement zeigen
aber er hat erstens selbst einen eigenen Lehrauftrag und zweitens schreibt
die GEW in ihrem Heft 3 / 2007 dass Mentoren sogar mehr Deputat für ihr
Engagement erhalten sollten. Es ist nämlich weit mehr als diese eine
Stunde, die von ihnen geleistet wird.

Ich würde mich freuen, wenn zu meinen Ausführungen einmal Stellung
genommen werden würde oder Sie sogar die Möglichkeit haben, diese zu
veröffentlichen. Ich wäre auch gerne bereit, die Form erneut zu
überarbeiten, oder mündlich Stellung zu nehmen, da ich weiß, dass ich
in schriftstellerischer / journalistischer Sicht nicht besonders qualifiziert bin.
Mit freundlichen Grüßen

Name ist dem BER bekannt.

Bundesforum Familie (BFF)

Bundesforum Familie beschließt neues bundesweites Projekt

Berlin – Das Bundesforum Familie (BFF) hat auf seiner Mitgliederversammlung sein neues zweijähriges Projekt unter dem Titel  „Kinder brauchen Werte – Bündnisinitiative: Verantwortung Erziehung“ beschlossen. Ziel ist es, die angestoßene Diskussion über werteorientierte Erziehung breit aufzugreifen, themenspezifisch zu bündeln und nachhaltig in der Fachöffentlichkeit zu verankern. Und mit denen an Erziehung beteiligten Personen und Institutionen gemeinsame Handlungsschritte zu entwickeln. Zwei Jahre lang wird diese Initiative dazu Veranstaltungen, Workshops und Aktionen durchführen. Die Plattform des Bundesforums Familie umfasst derzeit 105 bundesweit agierende gesellschaftliche Gruppen, zu denen Familien- und Wohlfahrtsverbände wie auch jüdische und muslimische Verbände angehören.

„Die Anerkennung von Werten ist ein wichtiger Bestandteil von Bildung und Erziehung“, so Norbert Hocke, Sprecher des Bundesforums Familie von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. „Kinder müssen wieder spüren, dass sie in dieser Gesellschaft etwas wert sind. Es ist aber auch die Frage zu stellen, ob unserer Gesellschaft alle Kinder gleich viel wert sind. Auch das muss Thema der Bündnisinitiative sein.“

Anfangs getrennt, nun verbunden: Hintergrund des neuen Projektes „Kinder brauchen Werte – Bündnisinitiative Verantwortung Erziehung“ ist die Kritik an dem im April 2006 vorgestellten „Bündnis für Erziehung“. Diese Gegenbewegung erstreckte sich von der Arbeiterwohlfahrt, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft bis zum Zentralrat der Juden und der Muslime. Sie sahen in dem damaligen Bündnis nicht die Bandbreite unserer pluralistischen Gesellschaft widergespiegelt. Die Familienministerin Frau Dr. Ursula von der Leyen hat daraufhin die Kritik aufgenommen: Sie hat dem Bundesforum Familie die Federführung für diese Initiative übergeben und ihr Ministerium fördert das bundesweite Projekt.

Auf der Mitgliederversammlung des Bundesforums Familie haben die Mitglieder nun formal beschlossen, das zweijährige Projekt durchzuführen. Als ersten Schritt wurden die Erwartungen der Mitgliedsorganisationen und deren Einbindung in das Projekt formuliert.

Am 5. Juni 2007 wird das Bundesforum Familie zusammen mit der Bundesfamilienministerin von der Leyen gemeinsam in Berlin in die breite Öffentlichkeit treten und die Initiative „Kinder brauchen Werte – Bündnisinitiative: Verantwortung Erziehung“ vorstellen. Nähere Informationen dazu werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Marie-Christine Heuell, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit

Bundesforum Familie, Inselstr. 6°,10179 Berlin

 Telefon: (030) 275 817 492, Telefax: (030) 275 817 499

 cheuell(at)bundesforum-familie.de , www.bundesforum-familie.de

Girls’Day 2007 hatte Auswahl wie noch nie

In diesem Jahr konnten Mädchen zum Girls’Day bundesweit unter einer Angebotsvielfalt wählen wie nie zuvor. In 2007 haben sich mehr Unternehmen und Organisationen auf die Aktionslandkarte unter www.girls-day.de eingetragen als in allen Vorjahren - über 8.000 Angebote. Junge Frauen erreichen inzwischen bessere Bildungsabschlüsse als junge Männer und auch in punkto Softskills wie Engagement, Durchhaltevermögen und Flexibilität liegen sie mindestens gleichauf. Dennoch sind dadurch ihre Aussichten auf eine Ausbildung im dualen System nicht gestiegen:

Junge Frauen stellen lediglich 42% der Auszubildenden. Zudem wählt mehr als die Hälfte der jungen Frauen aus nur 10 Ausbildungsberufen, kein einziger technischer ist darunter. Die traditionell von Frauen gewählten Berufe bieten weniger Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten.

Am Girls'Day können Mädchen Berufsbereiche entdecken, in denen bisher erst wenige Frauen arbeiten. Dies sind in erster Linie Berufe in Technik, Naturwissenschaften, IT und Handwerk, zudem können sich Schülerinnen über die Themen Frauen in Führungspositionen und Selbstständigkeit informieren.

Die wissenschaftliche Evaluation des Girls’Day zeigt einen nachhaltigen Erfolg des Aktionstags. Mehr als ein Fünftel der Betriebe erhalten mittlerweile Bewerbungen von Girls'Day-Teilnehmerinnen. 40% der Teilnehmerinnen interessieren sich nach dem Girls’Day für ein vertiefendes Praktikum oder eine Ausbildung im am Girls’Day besuchten Betrieb. Geheimnis des Erfolgs ist die spezifische Ansprache von Mädchen an diesem Tag, die in Werkstätten und Laboren selbst aktiv werden und frei von Geschlechterklischees ihr Faible für Technik entdecken können.

Mit über 300 regionalen Arbeitskreisen, Länderkoordinierungsstellen und Organisationen, die sich dem Thema auch rund um das Jahr widmen, ist der Girls’Day in Deutschland die weltweit größte Berufsorientierungsinitiative für Mädchen und ist einzigartig in seiner Vernetzung aller wichtigen Partner von Wirtschaft und Gewerkschaften über Politik und Öffentlichkeit bis zu Bildungswesen und Familien. Die Bundesweite Koordinierungsstelle des Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag ist ein Projekt des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. und eine Gemeinschaftsaktion des BMBF und des BMFSFJ, der Initiative D21, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Weitere Informationen: www.girls-day.de

Anti-Mobbing-Aktion Umfrage für Eltern

Elternumfrage zum Thema Mobbing in der Schule

Seit dem 2. April sind Ihre Erfahrungen zum Thema Mobbing in der Schule gefragt – bei der online-Elternumfrage der Aktion MOBBING- SCHLUSS DAMIT!

Schülerinnen und Schüler können bereits seit Mitte Februar die Fragebögen des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) ausfüllen, ab Mai sind die Lehrer gefragt.

Die Aktion MOBBING- SCHLUSS DAMIT! wird veranstaltet von Seitenstark, der Arbeitsgemeinschaft vernetzter Kinderseiten.

Neben den Fragebögen gibt es auf der Anti-Mobbingseite viele Informationen, Foren für Kinder, Eltern und Lehrer, eine Liste mit Beratungsstellen und viele Buchtipps. Außerdem können Schüler sich am Wettbewerb „Clevere Ideen gegen Mobbing“ beteiligen. Als erster Preis winkt eine Klassenfahrt. Und hier geht es zur Anti-Mobbing-Aktion: MOBBING SCHLUSS DAMIT!

"Starker Einstieg": Unterrichtsbausteine zur Berufsorientierung
Die Berufswahl ist ein schwieriger Prozess für Jugendliche.

Der neue Praxis-Ratgeber "Starker Einstieg" bietet Projektbeispiele, Methoden und ausgewählte Arbeitsmaterialien zur Unterstützung des berufsvorbereitenden Unterrichts. Die Unterrichtsbausteine reichen von Lebensplanung bis Bewerbungstraining - von Arbeitsmarkt bis Tarifpolitik. Unsere Arbeits- und Lebenswelt verändert sich dramatisch. Die eine, richtige Berufswahl gibt es nicht mehr. Berufswechsel, Mobilität und die Fähigkeit zur lebensbegleitenden Weiterbildung bestimmen in Zukunft die Berufsbiografie. Jugendliche werden heute stärker als früher für ihren Berufsstart, ihre soziale Absicherung und ihre Altersvorsorge in die Verantwortung genommen. Eine zeitgemäße Berufsorientierung bereitet zukünftige Schulabgänger auf diese Veränderungen vor, sie vermittelt fundierte soziale und ökonomische Zusammenhänge und stärkt Kompetenzen für eine eigenverantwortliche Berufs- und Lebensplanung.
Lehrkräfte, die Schülerinnen und Schüler auf den Übergang in die Arbeitswelt vorbereiten wollen, finden in dem Ratgeber Starker Einstieg - Unterrichtsbausteine zur Berufsorientierung aus der PraxisReihe Jugend und Bildung kompetente Begleitung.Ein methodischer Schwerpunkt gilt dem Einsatz von digitalen Medien. Wer E-Learning in seinem Unterricht einsetzen möchte, findet zahlreiche Projektideen, Praxisbeispiele und Checklisten zur Unterrichtsvorbereitung.
Die sieben Unterrichtsbausteine behandeln die Themen Berufs- und Lebensplanung, Arbeitswelt im Wandel, Chancen und Risiken auf dem Arbeitsmarkt, Soziale Sicherung, Tarifpolitik und Berufswahl.

Autor: Frauke Hagemann, Herausgeber: DGB, ISBN: 978-3-89869-188-8
144 Seiten, vierfarbig mit Abbildungen. Die Publikation enthält eine CD-ROM mit Arbeitsblättern für die Praxis. Erscheint in Kürze. Vorbestellung ist möglich.
Universum Verlag GmbH, Taunusstraße 54, 65183 Wiesbaden, Fon: 0611. 90 30 0, Fax: 0611. 90 30 183, e-Mail: info(at)universum.de , www.universum.de

Böckler-Aktion Bildung:

Mut machen - Perspektiven schaffen: Stipendien für Abiturienten

Begabte junge Leute aus ärmeren Familien haben mehr Zeit, um sich im Rahmen der "Böckler-Aktion Bildung" um ein Stipendium zu bewerben. Die Hans-Böckler-Stiftung verlängert die Bewerbungsfrist bis zum 31. Mai 2007.

Wer derzeit Abitur oder Fachabitur macht und die Aufnahmevoraussetzungen erfüllt, könnte schon in diesem Winter- oder im kommenden Sommersemester mit Böckler-Förderung ein Studium aufnehmen. Das zweitgrößte deutsche Begabtenförderungswerk reagiert mit seiner "Böckler-Aktion Bildung" auf die zunehmende soziale Ungleichheit beim Zugang zu den Hochschulen: Stammten Anfang der 80er Jahre 43 Prozent aller Studierenden aus der Ober- oder oberen Mittelschicht, waren es 2003 bereits 61 Prozent. Studiengebühren sind zusätzliche Hürden, die Talente aus ärmeren Familien von einem Studium abhalten: Obwohl sie es bis zur Hochschulreife geschafft haben, beginnen sie lieber eine betriebliche Ausbildung.
In den kommenden drei Jahren wird die gemeinnützige Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes ihr Stipendienprogramm um 500 zusätzliche Stipendien ausbauen. Pro Monat erhalten Stipendiaten bis zu 605 Euro inklusive Büchergeld. In den vergangenen Wochen hat die Hans-Böckler-Stiftung zehntausende Plakate und Flyer an Schulen in ganz Deutschland verschickt. Sie informieren unter dem Slogan "Du studierst, wir zahlen" über das neue Angebot:
Bewerben können sich Studienberechtigte sowie Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen mit dem letzten Zwischenzeugnis.

Zentrale Kriterien für eine Förderung sind:

- Wirtschaftliche Lage: Das Familieneinkommen ist bei den Bewerbern so bemessen, dass ein Anspruch auf den vollen BAföG-Satz vorliegt.
- Leistungsbereitschaft: Die Bewerberin oder der Bewerber hat in der Schule besondere Leistungsfähigkeit und -bereitschaft gezeigt. Dabei spielen Noten eine Rolle, sie werden aber nicht abstrakt nach dem Durchschnitt beurteilt. Sehr wichtig ist auch, unter welchen Umständen die Leistungen erbracht wurden. Der Stiftung geht es um eine Gesamtwürdigung der Persönlichkeit.
- Engagement: Die Bewerberin oder der Bewerber müssen bereit sein, sich gesellschaftspolitisch zu engagieren. Das können sie beispielsweise in den Stipendiatengruppen der Stiftung tun, in Gewerkschaften oder in Initiativen. Bewerbungsschluss ist der 31.5.2007! Hans-Böckler-Stiftung, Referat Bewerberauswahl Hans-Böckler-Str. 39, 40476 Düsseldorf, Fon: 0211. 77 78-246
stipendium(at)boeckler.de  www.boeckler.de

Netzwerk Wege ins Studium

Das regionale Netzwerk „Wege ins Studium – Studieren in Mitteldeutschland“ führt im Herbst 2007 die vierte Auflage der bisher äußerst publikumswirksamen Hochschulmesse „Studieren in Mitteldeutschland“ durch.

Hochschulen, Universitäten, Institutionen, Unternehmen, Verbände und Organisationen werden vor Ort sein und an rund 100 Informationsständen, in 35 Vorträgen über die attraktiven Studienangebote in Mitteldeutschland, Finanzierungsmöglichkeiten, Entwicklungen auf dem Akademikerarbeitsmarkt, Angebote zur Überbrückung sowie andere für eine Studienaufnahme relevante Themen informieren und beraten.

wo: Congress Center der Neuen Messe Leipzig, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig

wann: 22. September 2007, von 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr

Adressaten: Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und Berater Freier Eintritt !

Gemeinsames Lernen von behinderten und nicht behinderten Kindern in der Schule ausbauen

Die Gremien der Menschen mit Behinderungen fordern seit Jahren gemeinsam gleiche Chancen für Menschen mit Behinderungen in unserem Schulsystem. Von  rund 15.500 Schülerinnen und Schülern Sachsen-Anhalts mit Behinderungen werden derzeit lediglich 833 gemeinsam beschult. Bisher werden Menschen mit Behinderungen in Sachsen-Anhalt fast ausschließlich von den allgemeinbildenden Schulen ausgeschlossen und in Förderschulen separiert. Mit einem Anteil von etwa fünf Prozent integrativ beschulter Menschen mit Behinderungen bildet Sachsen-Anhalt das Schlusslicht in Deutschland. Der Bundesdurchschnitt der integrativ beschulten Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen liegt bei etwa zwölf Prozent. Der Ansatz, über Förderzentren speziell ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer in die Klassen zu schicken, ist allenfalls ein erster Schritt. Ziel muss eine gemeinsame schulische Ausbildung unter einem Dach ohne Separierung sein. Dies bedeutet nicht, alle Förderschulen zu schließen, sondern sie zur Ausnahme und nicht zur Regel zu machen. Eine stärkere gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Behinderungen trägt auch dazu bei, dass das in der Kinderbetreuung und Frühförderung praktizierte gemeinsame Erleben und Fördern von Kindern mit und ohne Behinderung im Schulbereich dann Früchte trägt.

Pressemitteilung Ministerium für Gesundheit und Soziales  Sachsen-Anhalt

KURZNACHRICHTEN

Erste Ergebnisse der Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen

Die Studie zeigt die Ergebnisse der Ausgangserhebung der ersten bundesweiten Längsschnittstudie zum Stand und zur Entwicklung deutscher Ganztagsschulen. Bei StEG http://www.projekt-steg.de/

handelt es sich um ein Forschungsprojekt, das gemeinsam von Wissenschaftlern des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF), des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) und des Institutes für Schulentwicklungsforschung an der Universität Dortmund (IFS) durchgeführt wird.

Schlechte Laune an Bremer Schulen

Die Stimmung zwischen Bildungsbehörde und Schulleitungen in Bremen ist schlecht. Das ergibt eine Umfrage, an der sich 63 Schulen des Landes beteiligten. Das sind rund 40 Prozent der bremischen Schulen. Einer der Hauptkritikpunkte: Zuviel Bürokratie, zu wenig Zeit für Konflikte in der Schule. Die Studie war vom Bremischen Schulleiterverband in Auftrag gegeben worden. Die Schulleiter in Bremen sind äußerst unzufrieden mit der bremische Bildungspolitik. Sie halten einige Maßnahmen wie beispielsweise, dass jede Schule ihre Entwicklungsziele der Behörde melden soll, zwar für sinnvoll. Die Schulleiter kritisieren aber auch, dass solche Berichte oft ungelesen in der Schublade verschwänden. Zudem verlange die Behörde, dass die Schulen immer mehr spezielle Fördermaßnahmen für schwache Schüler entwickeln. Aber sei aber nicht genug Geld da, um die Maßnahmen auch umsetzen zu können. Mehr als zwei Drittel der Befragten klagt zudem, dass sie mit immer mehr Bürokratie beschäftigt sind. So fehle ihnen Zeit, um sich beispielsweise ausreichend um Konflikte an der Schule zu kümmern. Quelle: Weserkurier

Künftige Lehrer zweifeln an Evolution

Jeder achte Studienanfänger hält Darwins Evolutionslehre für fragwürdig.
Das zeigte eine Umfrage unter Lehramts-Studenten an der Universität
Dortmund. Demnach bezweifeln 13% der Befragten, dass überhaupt eine
Evolution stattgefunden hat. Selbst von den knapp 150
Biologie-Lehramtstudenten zeigten sich 6% skeptisch. Darwins Theorie
stellt das wichtigste theoretische Fundament der biologischen Wissenschaft
dar. Anlass für die Studie ist die große Skepsis, die in den USA gegenüber
der Theorie herrscht. Dort wird sie von vielen mit Hinweis auf die Bibel
abgelehnt. Quelle: Radio Kölncampus, 27.4.07

Impressum

Die BER-NEWS werden vom Bundeselternrat herausgegeben und können auf der Homepage abonniert werden: www.bundeselternrat.de

Amtierende Vorsitzende: Anja Ziegon

Geschäftsstelle: Bundeselternrat

E-Mail: info(at)bundeselternrat.de

Verantwortlicher Redakteur: Kurt Neumann

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