Der Bundeselternrat

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BER-News Nr. 23
März 2010

Bunt wie ein Tüte Smarties - so bietet sich dem unbefangenen Betrachter die deutsche Bildungslandschaft dar. Für Familien mit schulpflichtigen Kindern, die etwa von Berlin nach München ziehen, ist sie zu bunt. Sie halten es eher mit Anette Schavan, die kürzlich eine Weiterentwicklung des Bildungsföderalismus anmahnte, also bessere Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern. Beim Blick über die Landesgrenze können allerdings nicht nur Eltern eine Menge lernen.

Farbenfrohe Frühlingsgrüße schickt Ihnen
Ursula Walther

Inhalt:

 

Grenzen der Elternmitwirkung
Nicht überall dürfen Eltern mitbestimmen, und wenn sie es dürfen, ist es manchmal nicht einfach. In Thüringen, wo das Wünschen noch hilft, forderte die Landeselternvertretung ihre Mitarbeit am Konzept der neuen Gemeinschaftsschule erfolgreich ein, wenn auch eine Elternvertreterin im Laufe der Auseinandersetzung ihr Amt aufgab. In Schleswig-Holstein ist der Ausgang des Konflikts zwischen Elternvertretung und Ministerium noch offen, und in Baden-Württemberg trat die Landeselternbeiratsvorsitzende zurück, weil sie gegen die Unbeweglichkeit des Kultusministeriums nicht ankam. Ganz anders ist es in Hamburg, Rheinland-Pfalz und Bremen, wo ohne die Elternvertretung gar nichts geht.

Strukturwandel nur unter Protest
Strukturdebatten nerven. Doch ohne Debatte gelingt kaum eine Änderung der Schulstruktur. Die neue Oberstufe führte in Bayern zum Bildungsstreik, in Schleswig-Holstein erwägt das Kultusministerium nach heftigem Protest eine Oberstufenreform-Reform. Das G8 funktioniert nur in den Ländern reibungsarm, die nie 13 Jahre bis zum Abi hatten. Bayern und Baden-Württemberg wollen mit der Mittelschule bzw. der Werkrealschule ihre Hauptschule retten - ihre Elternvertreter lehnen das ab. In einigen Ländern können Eltern zwischen Förderzentrum und Regelschule wählen. Zum Beispiel in Bremerhaven - nur sagt ihnen das keiner. Kein Wunder, dass sie protestieren. Die Hamburger Schulstruktur wird demnächst sogar per Volksentscheid festgelegt.

Prävention: Klartext reden!
Alkohol wird nicht selten zum Problem, wenn Kinder in die Pubertät kommen. Die Elternkurse von Klartext reden! gibt es seit 2005. Ganz neu ist das Online-Training. Neben Informationen zu alkoholhaltigen Getränken erhalten Eltern hier individuelle Erziehungstipps und lernen, wie sie mit ihrem Kind über Alkohol sprechen können. Nach dem 20- bis 30-minütigen Training folgt ein Wissenstest, und die Eltern können sich einen Leitfaden mit Tipps für die eigene Familie herunterladen. Unabhängige Wissenschaftler haben die Kampagne „Klartext reden!“ in Abstimmung mit dem Bundeselternrat entwickelt. Finanziert wird sie vom „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des Bundesverbands der deutschen Spirituosenindustrie und -importeure.

Eine Milliarde gegen Bildungsarmut
Das Bundesbildungsministerium (BMBF) wünscht sich für jede der 16.400 Grundschulen in Deutschland ein starkes Bildungsbündnis aus Schulleitung, Lehrern, Eltern und außerschulischen Partnern. Bildungsbündnisse an Brennpunktschulen will das BMBF mit jeweils 20.000 bis 40.000 Euro unterstützen, damit sie bedürftigen Kindern Förderunterricht, Ferienkurse und kulturelle Projekte anbieten können. Dafür steht insgesamt eine Milliarde zur Verfügung, sagte Bundesbildungsministerin Anette Schavan in ihrer Eröffnungsrede auf der Didacta.

Termine

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Ursula Walther
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