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Resolution Schwerin

vom 27.04.10

Fachtagung Sonderschulen, Schulen der beruflichen Bildung, 23. - 25.04, Schwerin

Netzwerkarbeit für Kinder – Lernen vor Ort
Bedeutung von Netzwerken bei der Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen

Jugendliche brauchen beim Start ins Berufsleben nicht nur das Wissen, welches sie aus der Schu-le mitbringen. Vom ersten Lebenstag an bildet sich die Persönlichkeit eines Kindes. Jedes Kind hat Stärken. Es gilt, sich an diesen zu orientieren und sie auszubauen.
Den Weg in das Leben nach der Schule müssen Eltern und Schule gemeinsam bereiten, zusam-men mit außerschulischen Bildungseinrichtungen. Der immer wieder beklagte Mangel an Ausbil-dungsfähigkeit hat seine Ursache nicht zuletzt darin, dass die Schule allein nicht in der Lage ist, Jugendliche auf das Leben vorzubereiten. Das gelingt nicht, so lange Schule und Leben getrennte Welten sind. Für den Beruf wichtige Kompetenzen wie Motivation, Teamfähigkeit und Durchhalte-vermögen erwerben Jugendliche außerhalb der Schule, zum Beispiel im Betrieb. Dafür braucht es mehr als nur eine Praktikumswoche. Sinnvoll sind zwei oder drei wöchentliche Praxistage im Be-trieb spätestens ab der 8. Klassenstufe, die in der Schule vor- und nachbereitet werden.
Welches Potenzial Netzwerke haben, zeigt das Kompass-Projekt1) in Hamburg, bei dem über-durchschnittlich viele Förderschülerinnen und Förderschüler einen Ausbildungsplatz im Dualen System finden. Mehrere Förderschulen arbeiten hier mit mehreren beruflichen Schulen zusammen. Bildungsbegleiter und Lehrkräfte unterstützen die Jugendlichen bei der Suche nach Praktikums-betrieben und im Betrieb. Wichtig ist die sorgfältige Dokumentation. Sie schafft Transparenz und erhöht die Leistung, denn nichts motiviert mehr als der sichtbare Erfolg. Die Stärke dieses Kon-zepts liegt darin, dass unterschiedliche Fachleute in einer Form zusammenarbeiten, die weit über die übliche Kooperation hinausgeht und vom Gedanken der Inklusion getragen ist.
Der Bundeselternrat fordert die verpflichtende Zusammenarbeit von Schulen, berufsbegleitenden Einrichtungen, Arbeitsagenturen und Unternehmen über regionale und Landesgrenzen hinaus. Längst nicht alle jungen Leute finden einen Ausbildungsplatz am Wohnort. Sie müssen sich auf bundesweit gültige Standards und Strukturen verlassen können, wenn sie so flexibel sein wollen, wie man das von ihnen erwartet. Lehrkräfte und Eltern sind aufgefordert, sich aktiv für außerschu-lisches Lernen einzusetzen.
Jugendliche haben ein Recht auf die beste Vorbereitung um ihre Chancen einen Ausbildungsplatz zu erhalten, zu verbessern.
Schwerin, 25.04.2010
1) www.esf-kompass.de

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